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Dem Gedenken einen Namen geben

Dem Gedenken einen Namen geben
Peter Zöhren (2.v.l), LVR-Direktorin Ulrike Lubek (3.v.l.), Künstlerin Katharina Struber (4.v.r.), Architekt Klaus Gruber (3.v.r.), Bürgermeister Michael Pesch (2.v.r.) und Berufskolleg-Lehrerin Anna Eberle (rechts) gemeinsam mit den Schülern Artur, Iris, Hannah-Rebecca und Leon (von links) am Modell für die Neugestaltung der Gedenkstätte. FOTO: Heike Ahlen
Hostert. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat jetzt den Entwurf zum Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie und -Euthanasie in Waldniel-Hostert vorgestellt. Von der Redaktion

Auf dem ehemaligen Friedhof der einstigen Außenstelle der Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Süchteln-Johannistal in Hostert soll durch eine architektonisch-künstlerische Erweiterung der heutigen Gedenkstätte der Opfer der NS-Psychiatrie gedacht werden. Weit über 500 Menschen starben hier, darunter 99 Kinder – viele nachweislich als Opfer der NS-Euthanasie-Maßnahmen.

Zur Realisierung des Gedenk- und Erinnerungsortes hatte der Landschaftsverband Rheinland einen Wettbewerb ausgerufen, aus dem die Arbeitsgemeinschaft Katharina Struber und Klaus Gruber aus Wien als Sieger hervorging. Ihr Entwurf sieht vor, den Ort mit verschiedenen Elementen zu gestalten und zu strukturieren, wobei sich Schüler der Europaschule Schwalmtal und des Berufskollegs des Kreises Viersen beteiligen.

Der Entwurf wurde nun erstmals öffentlich vorgestellt: Er zeichnet sich durch einen behutsamen Umgang mit diesem Ort aus, große bunte Kugeln aus Aluminium wecken Assoziationen an liegengebliebenes Kinderspielzeug, das die Präsenz der ermordeten Kinder eindringlich vermittelt. Ergänzt wird dies durch eine Gedenkmauer, auf die Schilder aus Messing angebracht werden. Sie tragen die Namen der Menschen, die hier begraben sind. Paten, die in diesen Tagen gesucht werden, legen handschriftlich den Namen sowie Geburts- und Todestag eines Menschen nieder, die dann auf die Schilder übertragen werden.

Zum Engagement des LVR, diesen Gedenk- und Erinnerungsort zu schaffen, machte LVR-Direktorin Ulrike Lubek deutlich: „Aus seiner Vergangenheit sah und sieht sich der LVR in der Verantwortung, wenn es darum geht, hier einen Ort des Gedenkens auszugestalten. Wir sind daher auch all den Menschen hier in Schwalmtal dankbar, die sich seit vielen Jahren dafür einsetzen, dass dieser Ort nicht dem Verfall oder dem Vergessen anheimfällt.“

(Report Anzeigenblatt)