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Echte Natur, weites Land

Echte Natur, weites Land
Seehund in Norddeich. FOTO: Bodo Kubartz
Ostfriesland. Der Herbst ist in der Tat besonders reizvoll, um sich die Gegend im Nordwesten Deutschlands anzuschauen. Das Meer wogt, es stürmt häufig. Das platte Land hinterm Deich hat Einiges zu bieten. Extra-Tipp-Mitarbeiter Bodo Kubartz war dort unterwegs. Von der Redaktion

Die Ostfriesenwitze der 1980er-Jahre und Friesenjunge Otto als Paradebeispiel für den damaligen Humor haben die charmante, raue und irgendwie ursprünglich wirkende Gegend in ein heiteres Bild gesetzt. Ostfriesland ist facettenreich – und hier gibt es viel Natur und pro Quadratkilometer nur 148 Menschen. Ostfriesland besteht aus drei Landkreisen und der kreisfreien Stadt Emden; auch die ostfriesischen Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog gehören dazu.

Die im Landkreis Aurich gelegene Stadt Norden – mit dem zur Küste hin vorgelagerten Norddeich – ist ein schönes und liebenswertes Kleinod. Norddeich kann – bei gutem Wetter – von Touristen belagert sein, erstreckt sich doch der Sandstrand über viele Hundert Meter. Neben dem Yachthafen befindet sich die Norddeich-Mole; von hier aus starten die Frisia-Fähren nach Juist und Norderney. Juist reizt, indem es gleichsam Familien, Senioren, Behinderte und Hundeliebhaber anspricht. Das größere Norderney beherbergt das Wattenmeer-Besucherzentrum, welches viele Informationen über das Weltnaturerbe Wattenmeer für jede Altersklasse bereithält. Auf Norderney und Juist befinden sich zahlreiche Unterkünfte, so dass eine oder mehrere Nächte vom Festland entfernt möglich sind.

In Norddeich befindet sich die Seehundstation Nationalpark-Haus. Die Station wurde 1971 gegründet, das Nationalparkzentrum 1993 ergänzt und seit 2006 gehören beide Einrichtungen zusammen. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Seehunden, Kegelrobben und den anderen Meeressäugern. Besucher können bei der Pflege kranker oder mutterlos aufgefundener Säuger zusehen. Die Station hat bis zum 9. Dezember und ab dem 26. Dezember täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet (vom 10. bis 25. Dezember wegen Renovierung geschlossen).

Norden hat mit der Ludgerikirche die größte Kirche Ostfrieslands; am umseitigen, Marktplatz befinden sich eine Vielzahl sehenswerter historischer Gebäude (etwa das Alte Rathaus) und auch die heimelige Hauptgeschäftsstraße rund um den Neuer Weg verspricht viel Einkaufsabwechslung. Einen Besuch wert ist das Ostfriesische Teemuseum, das in die Geschichte und Bedeutung des ostfriesischen Nationalgetränks zeigt. Das „Spezialmuseum zur Kulturgeschichte des Tees“ veranschaulicht die Wertschöpfung vom Anbau der Teepflanze über Ernte und Verarbeitung bis zum fertigen Handelsprodukt. Auch das Zeremoniell der Teezubereitung wird erläutert: Zuerst wird ein Kluntje (weißer Kandis) in die Tasse gegeben. Beim Übergießen mit dem heißen Tee – auf ganz bestimmte Weise kredenzt – knistert der Kluntje, der dem Tee die feine Süße gibt. Einige Tropfen echter Sahne zaubern das berühmte „Wulkje“ (Wölkchen) und runden den Teegenuss ab. Auch Emden und Leer haben viel Sehenswertes zu bieten. Wer einmal nach Ostfriesland kommt, der findet immer wieder Gründe, zurück zu kehren.

(Report Anzeigenblatt)