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Gerade noch gerettet

Gerade noch gerettet
Andrea Wiedenhoff kann schon wieder lächeln - denn „Ömmes“ hat das Schlimmste überstanden. Die Katze der Lehrerin wurde von einem Luftgewehr-Projektil getroffen. FOTO: Uebber
Dülken. Einige Zentimeter lang ist die Narbe am Bauch von „Ömmes“. Die Katze wurde in Dülken von einem Luftgewehr-Projektil getroffen und überlebte den Angriff nur knapp. Für Besitzerin Andrea Wiedenhoff ein Schock. Von Daniel Uebber

Noch immer ist „Ömmes“ etwas „neben der Spur“. Die 14 Jahre alte Hauskatze von Andrea Wiedenhoff wurde vergangene Woche Opfer eines Angriffs mit einem Luftgewehr: Sechs mal durchlöcherte ein Diabolo-Projektil den Darm der Katze, ehe es in der Milz stecken blieb. Nur eine Not-Operation in der Mönchengladbacher Tierklinik rettete der Katze das Leben. Jetzt fragt sich die „Katzen-Mama“: „Wer steckt hinter dieser feigen und grausamen Tat?“. Seit zehn Jahren lebt die Lehrerin mit ihrem Sohn Jan in Dülken an der Franz-Hellner-Straße. „Eigentlich eine kinder- und tierfreundliche Gegend. Die Nachbarn wissen, wer einen Hund oder eine Katze hat. Und in den Jahren, in denen wir hier leben, hat es nie Probleme gegeben“, berichtet Andrea Wiedenhoff.

Doch vergangene Woche, am Sonntagabend, kam sich die Lehrerin vor „wie in einem Horrorfilm“. „Als ’Ömmes’ von ihrer Runde nach Hause kam, war sie völlig apathisch, übergab sich mehrmals und wusste nicht, wohin mit sich. Erst in der Tierklinik haben wir dann entdeckt, dass unsere Katze angeschossen wurde.“ Und das muss ganz in der Nähe ihres Hauses geschehen sein. „’Ömmes’ war kurz nach 18 Uhr 15 Minuten draußen. Das bedeutet: Irgendwer in Dülken läuft mit einem Luftgewehr herum und benutzt es auch. Und nicht etwa mitten in der Nacht, sondern am frühen Abend. Dann, wenn auch Kinder in den Straßen spielen. Dass jemand zur Waffe greift und auf ein Lebewesen schießt, ist für mich unbegreiflich.“ Um ihrem Ärger Luft zu machen, klebte Andrea Wiedenhoff Zettel an Laternenmasten, auf denen sie ihr Erlebtes schilderte. Viele Dülkener reagierten entsetzt: „Nicht nur ich war geschockt. Auch unsere Nachbarn und Freunde.“ Am meisten aber gelitten habe neben der Katze Andrea Wiedenhoffs Sohn Jan: „Er war total verunsichert. Derjenige, der auf die Katze geschossen hat, ist sich gar nicht bewusst, dass Katzen so etwas wie Familienmitglieder sind.“ Hinzu kommt, dass Andrea Wiedenhoff nun auch auf den Kosten der Tierklinik sitzen bleibt - etwa 2.000 Euro. Und der Angriff hat nicht nur bei „Ömmes“ eine Narbe hinterlassen, sondern auch bei Familie Wiedenhoff.

(StadtSpiegel)