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Zurück zur Landsamkeit

Zurück zur Landsamkeit
Orthopädietechnik-Meister Pierre Halley (rechts) freute sich riesig über den zweiten Platz im vergangenen Jahr. Mit dem „Lettermann-Bulli“ startet er in diesem Jahr wieder bei der Viersener Oldtimerrallye. Links Marketing-Leiter Guido Schreiner. FOTO: Uli Rentzsch
Viersen. Natürlich wird gutes Wetter sein. Schließlich feiert die Viersener Oldtimerrallye ihr 30-jähriges Jubiläum. Rund 110 Kilometer sind die 125 Automobile unterwegs: Vom Remigiusplatz in Viersen in einer großen Schleife über Krefeld bis zum Kesselsturm in Dülken. Von Ulrich Rentzsch

"Gutes Wetter, Sonne, 22 Grad." Das wünscht sich Michael Willemse, beruflich im Vorstand der Volksbank Viersen und aktiver Unterstützer der Ausfahrt. Hauptsache, diese wertvollen Autos blieben trocken, meint er. Alle nicken. Alle – das sind die Organisatoren, die über all die Jahre ein bewährtes Team formiert haben: Michael Mevissen und Helmut Kallen vom Motorsportclub Süchteln, Holger Keller vom Viersener City-Management, Jo Classen vom Viersener Werbering, Thomas Küppers von der Wirtschaftsförderung der Stadt Viersen und Andreas Bach von der Marketingabteilung der Viersener Volksbank – ein Team, das in den vergangenen Jahre viel Erfahrung gesammelt hat.

Und doch: die Spannung wächst, der 26. Mai rückt näher und näher. Was muss noch erledigt werden? "Es können sich noch einige Motorradfahrer melden", sagt Holger Keller. Auf diesem Feld sei man noch nicht ausgebucht. Die Teilnehmerzahl der Automobile dagegen ist gedeckelt. Flugs waren die 125 Plätze "ausverkauft", wie Keller formuliert. Außerdem habe man die Zahl der so genannten Youngtimer (also Autos, die mindestens 20 Jahre auf der Achse haben) begrenzt. Es sei schließlich eine Oldtimerrallye.

Und dann rollen sie also an, am letzten Sonntag im Mai, zum Viersener Remigiusplatz – die Jaguars, die Chevrolets, die Corvettes, der Borgward Isabella, der 50er Ford. Was für eine Pracht! Mit ihren Weißwandreifen, ihren glitzernden Stoßstangen, ihren Ledersitzen, der Schaltung am Lenkrad, dem Bordsteinfühler. Und dem Blinker, der beim VW-Käfer an der Fahrer- oder Beifahrertür nach oben klappt.

Im vergangenen Jahr erreichte Pierre Halley mit dem Lettermann-Bulli den zweiten Platz. Noch jetzt steht im die Freude darüber ins Gesicht geschrieben. "Da weiß man, was man den Tag über gemacht hat", erinnert er sich an die Ausfahrt ohne Servolenkung. Pierre, geboren im Mai 1969, der Bulli, vom Band gegangen im Juni 1969 – ein Paar, das sich offensichtlich gefunden hat. 2013 gelang es, den Bus aus Kalifornien zurückzukaufen. "Wir hatten uns damals unser eigenes Firmen-Jubiläumsgeschenk gemacht", erinnert sich der Orthopädietechnik-Meister beim Sanitätshaus Lettermann. Mit viel Liebe und Geduld wurde der Bulli wieder hergerichtet (inklusive nostalgischer Postleitzahl), fährt heute rund 500 Kilometer pro Jahr und dient in erster Linie Repräsentationszwecken. Auf die Teilnahme an der Oldtimerrallye will Pierre Halley nicht verzichten. Die ganze Familie fährt und fiebert mit.

Schließlich gibt es etwas zu gewinnen, etwas, das auch die Erinnerungen an diese Ausfahrt einfangen wird. Insgesamt 21 Pokale werden bei der Siegerehrung am Kesselsturm in Dülken überreicht. Einer, der aus dem vergangenen Jahr, steht bei den Halleys "gut sichtbar" im Haus.

Und dann bleibt natürlich noch genügend Zeit für die vielen "Benzingespräche", wie Michael Willemse sagt.

(Report Anzeigenblatt)