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Sorgentelefon sucht neue Berater

Sorgentelefon sucht neue Berater
Am anderen Ende der „Nummer gegen Kummer“ haben ehrenamtliche Telefonberater ein offenes Ohr für die Probleme der Anrufer. FOTO: Nummer gegen Kummer/ Uwe Schinkel
Viersen. Einige tausend Anrufe erhielt das Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ allein am Standort in Viersen. Nach den Sommerferien beginnt wieder eine neue Ausbildung - Interessierte, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, können sich ab sofort melden. Von Claudia Ohmer

Das Kinder- und Jugendtelefon, das der Ortsverband Viersen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) koordiniert, klingelt ununterbrochen. Eine 15-Jährige schluchzt in den Hörer: „Mein Freund hat mit mir Schluss gemacht, ich will ohne ihn nicht mehr leben ...“

Mit Liebeskummer, Stress mit Eltern oder Freunden und vielen weiteren Themen wie Mobbing, Angst, Essstörungen, Sucht und auch Missbrauch wenden sich Kinder und Jugendliche an die kompetente Beratung unter der kostenlosen Nummer 116111 oder 0800/ 1110333 (bundesweit).

„Und das alles geschieht ganz anonym“, erklärt Birgitta Föhr vom Kinderschutzbund Viersen, die das Kinder- und Jugendtelefon seit 2010 koordiniert. Das erleichtert für Kinder und Jugendliche oft den Schritt, zum Telefon zu greifen oder eine E-Mail zu schreiben und ihre Sorgen und Probleme mitzuteilen. Und bei den Mitarbeitern, die ebenfalls anonym bleiben und Schweigepflicht haben, finden sie immer ein offenes Ohr und Hilfestellung.

„Natürlich gibt es auch Spaßanrufe. Manche Anrufe sind schön, weil man helfen kann, manche können aber auch extrem belastend sein für die Ehrenamtler“, weiß die Koordinatorin. Um für alle Situationen am Telefon auch gewappnet zu sein, werden Interessierte alle zwei Jahre beim Kinderschutzbund Viersen zum Telefonberater ausgebildet. Zuvor gebe es natürlich ein Auswahlgespräch, ob sich jemand überhaupt als Berater eigne. Föhr: „Im Prinzip kann sich jeder ab 18 Jahren bewerben, der Interesse hat, anderen zu helfen und sich ehrenamtlich engagieren möchte“.

Die Ausbildung, die nach den Sommerferien beginnt, umfasst 60 Stunden (ein wöchentlicher Termin plus ein Start- und Abschlusswochenende). Danach gibt es Hospitationen und auch regelmäßig Supervisionen. Die Ausbildung werde durch Spenden finanziert, nach der Ausbildung verpflichte sich der Teilnehmer zwei Jahre lang zum Dienst am Telefon. „Eingesetzt werden die Mitarbeiter dann zweimal im Monat für zweieinhalb Stunden“, informiert Birgitta Föhr.

Zurzeit besteht das Viersener „Nummer gegen Kummer“-Beratungsteam in Viersen, das nicht nur Telefon- sondern auch E-Mail-Beratung macht, aus 31 ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Unsere Berater sind zwischen 20 und 74 Jahre alt, ein bunt gemischtes Team mit sieben Männern“, weiß Birgitta Föhr.

(Report Anzeigenblatt)