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Jahrzehntelanges Engagement

Jahrzehntelanges Engagement
Marianne Meertz.
Süchteln. Seit über 30 Jahren hatte Marianne Meertz die Leitung der „Grünen Damen“ im St. Irmgardis-Krankenhaus inne. Jetzt hat sie den „Staffelstab“ an eine Nachfolgerin übergeben. Doch wird die über 80-Jährige nicht müde, sich ehrenamtlich zu engagieren. Von Claudia Ohmer

„Ich wirke viel lieber im Stillen, das öffentlich zu machen, das ist nichts für mich“, gibt sich Marianne Meertz bescheiden. Es gäbe viele Menschen in ihrem Umkreis, die sich ehrenamtlich nützlich machen. Und doch sollte man die Arbeit der mittlerweile über 80-Jährigen würdigen.

Im Jahr 1985 war sie Mitgründerin der „Grünen Damen“ des St. Irmgardis-Krankenhauses in Süchteln. Seitdem ist die Gruppe ehrenamtlicher Frauen, die den Patienten ihr offenes Ohr schenkt, aus dem Krankenhaus-Alltag nicht mehr wegzudenken. „Aus eigenen Erlebnissen habe ich erkannt, das eine Notwendigkeit für solch ein Angebot für die Patienten besteht“, erinnert sich die Süchtelnerin. Zu dritt habe man damals mit dem Pater die Gruppe ins Lebens gerufen, mittlerweile sind es 17 „Grüne Damen“. Meertz Herzenswunsch war es, mit Helga Schreiber eine Nachfolgerin zu finden, die auch in Zukunft für die reibungslosen Dienste der Gruppe Sorge trägt. „Das ist gar nicht so einfach, nach über 30 Jahren aufzuhören, aber das ist mir sehr wichtig, die Leitungsaufgabe in guten Händen zu wissen“, freut sich Marianne Meertz. Doch auch mit über 80 Jahren bleibt die rüstige Dame ehrenamtlich aktiv. Weiterhin möchte sie sich bei den „Grünen Damen“ um die Patienten kümmern, die einsam sind, ein Gespräch brauchen oder eine tröstende Hand. „Und man bekommt selbst sehr viel zurück dafür. Weiß es zu schätzen und Danke zu sagen, dass man überhaupt helfen kann“, erklärt Meertz. Besondere Gänsehaut-Momente seien es, wenn man aus dem Patientenzimmer hinausgehe und hinter sich höre „Was hat mir das Reden gut getan!“

Natürlich müsse man auch seelisch einiges aushalten können, nehme auch Traurigkeit mit nach Hause. „Doch wir haben Kraft und bei schweren Fällen setzen wir uns als Team noch bei einem Kaffee zusammen um Schweres zu verarbeiten.“

Müde, sich für andere zu engagieren und ehrenamtlich in Pfarre und Gruppen einzusetzen wird die Mutter zweier Töchter nicht. „Ich habe immer etwas zu tun und das macht sehr viel Freude“, sagt sie.

Und wenn sie nicht gerade wieder mit Bastelarbeiten für Blumen-Gestecke und -Kränze kreativ ist („das ist schöner Stress“), singt sie im Kirchenchor und kümmert sich um den eigenen Garten. „So lang ich gesundheitlich fit bin, wird das auch so bleiben“, lächelt sie.

(StadtSpiegel)
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