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IHK: 2018 ein gutes Jahr für Viersen

IHK: 2018 ein gutes Jahr für Viersen
IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.
Kreis Viersen. Die Unternehmen im Kreis Viersen blicken auf ein gutes Jahr zurück, starten aber nur noch vorsichtig optimistisch ins neue Jahr. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Von Yvonne Simeonidis

„Es war ein konjunkturell gutes Jahr für den Mittleren Niederrhein und auch für den Kreis Viersen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. 48 Prozent der Unternehmen im Kreis meldeten bei der vergangenen Konjunkturumfrage im Herbst eine gute, nur neun Prozent eine schlechte Geschäftslage.

In einer Umfrage zum Jahresbeginn war die Einschätzung der Betriebe im Kreis Viersen ähnlich. Damals bezeichneten 47 Prozent ihre Geschäftslage als „gut“, neun Prozent als „schlecht“. Dass die Betriebe zweimal in Folge bei der IHK-Konjunkturumfrage eine derart günstige Geschäftslage meldeten, ist zehn Jahre her.

Die gute konjunkturelle Lage wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt im Kreis Viersen aus. Die Zahl der Beschäftigten ist von März 2017 bis März 2018 um 2,4 Prozent gestiegen. Gleichzeitig konnte der Anteil der Arbeitslosen im Kreis gesenkt werden. Er lag nach Angaben der Arbeitsagentur im November 2018 bei 5,5 Prozent. Damit lag er zwar noch über dem Bundesdurchschnitt von 4,8 Prozent, die Zahl der Arbeitslosen lag jedoch immerhin 8,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die verbesserte Lage auf dem Arbeitsmarkt stellt die Betriebe allerdings auch vor Herausforderungen. „Wie in keinem Jahr zuvor haben die Unternehmen 2018 den Fachkräftemangel zu spüren bekommen“, erklärt Steinmetz. Auch internationale Entwicklungen wie mögliche Zölle, der drohende Handelskrieg der USA mit der Volksrepublik China, der sich zuspitzende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und der noch immer unklare Ausgang des Brexit sorgen für eine Verunsicherung, die die Investitionen der Betriebe bremst.

Steinmetz ist zwar optimistisch, dass die Unternehmen im Kreis Viersen auch im Jahr 2019 noch von der positiven Konjunktur profitieren: „Wir rechnen allerdings für das Jahr 2019 zurzeit mit geringeren Wachstumsraten auf dennoch hohem Niveau.“ Der Großteil der Unternehmen erwartet, dass die Geschäftslage auf dem aktuell sehr hohen Niveau bleibt. Zum Jahresbeginn waren die Erwartungen der Betriebe noch etwas optimistischer.

Die gute wirtschaftliche Lage der vergangenen Jahre hat auch dazu geführt, dass die Kommunen im Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein im Jahr 2018 auf Erhöhungen der Gewerbesteuer verzichtet haben. „Die konjunkturell bedingt höheren Steuereinnahmen sollten die Städte und Gemeinden nutzen, um ihre Kommunalfinanzen krisenfester zu machen“, erläutert Steinmetz. Es sei derzeit nicht abzusehen, ob die Konjunktur mittelfristig weiterhin auf einem derart hohen Niveau bleibt. Die Steuererhöhungswelle zwischen 2010 und 2016 habe gezeigt, dass in Zeiten knapper Kassen zuerst an der Steuerschraube gedreht werde – das habe der Standortqualität geschadet.

Steinmetz hofft darauf, dass in der Kreisstadt Viersen der Gewerbesteuerhebesatz bei 450 Punkten bleibt und auch der Grundsteuerhebesatz (zurzeit 450 Punkte) zum Jahr 2019 nicht erhöht wird. Zurzeit debattiert die Viersener Politik noch über die Haushaltssatzung. „Viersen muss angesichts des Fortzugs bedeutender Betriebe für ansiedlungsinteressierte Unternehmen attraktiver werden. Das wird mit steigenden Steuersätzen nicht gelingen“, erklärt Steinmetz.

Auch die IHK Mittlerer Niederrhein wird ihren Teil zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung der Region im kommenden Jahr beitragen. 37 Projekte hat die Vollversammlung in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Rund 1,26 Millionen Euro stellt sie dafür zur Verfügung. „Der digitale Wandel, Mobilität und berufliche Bildung – das sind wesentliche Themen, mit denen sich die Unternehmen in Krefeld, Mönchengladbach, im Rhein-Kreis Neuss und im Kreis Viersen auseinandersetzen müssen“, erläutert Steinmetz. „Dabei werden wir unsere M

itgliedsunternehmen auch 2019 unterstützen.“

(StadtSpiegel)