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Die Welt des Teegenusses

Die Welt des Teegenusses
Darf es ein Tässchen Tee sein? Kuratorin Dr. Britta Spies mit Albert Pauly, Vorsitzender des Verein für Heimatpflege Viersen (l.), und Knut Schöber, Brass Collectors Club Germany. FOTO: C. Ohmer
Viersen. Zum achten Mal zeigt sich der Ausstellungsraum des „Viersener Salon“ in der Villa Marx in ganz neuem Glanz. Wobei das diesmal durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn es blinkt und funkelt in allen Ecken. Zum Thema „It’s Teatime“ werden rund 120 ausgesuchte Messingobjekte präsentiert. Von Claudia Ohmer

„Wie in 1.001 Nacht fühlt man sich hier“, bestätigt Dr. Britta Spies, die das Kuratorium für die neue Ausstellung des verein für Heimatpflege Viersen „It’s Teatime - Von Teezeremonien, Teetrinkern und Teegerät“ übernommen hat. Die Ausstellung umfasst Teekannen und -kessel, Wasserkocher und Samoware, Teegläser und -tassen, Teesiebe und -dosen, Stövchen und Kohlebehälter, aber auch Dröppelminas sind in den Vitrinen zu sehen. „Alles in einem hervorragenden Zustand und vollständig restauriert, damit die Objekte so gezeigt werden können, wie sie damals auf den Markt gekommen sind“, erklärt Knud Schöber von der BCCG Initiative (Brass Collectors Club Germany), die die guten Stücke zur Verfügung gestellt hat. „Messing war damals das Gold des kleinen Mannes“, erläutert der Fachmann und Sprecher des Deutschen Messing Museums in Gründung.

„Die Ausstellung dreht sich nur um ein Metall und eine Tätigkeit“, schwärmt Britta Spies, „aber trotzdem gibt es eine unglaubliche Vielfalt“. Eine Vielfalt auch, wie in verschiedenen Ländern der Teegenuss zelebriert wird und teilweise auch zur Kultur gehört. Von China, dem Hochland des Tees angefangen über Japan, Russland, Amerika, Frankreich, England und Friesland geht für den Besucher die Reise durch die Welt des Tees.

„In Friesland kommt in die kleinen Tassen erst der Kandis rein, dann wird der Tee drübergegossen, und mit einem Löffel die Sahne auf die Oberfläche gelegt“, weiß Historikerin Britta Spies. Und ganz wichtig sei es: Nicht umrühren! Möchte man keinen Tee mehr, wird der Löffel in die Tasse gelegt. Die Teezeremonie in Friesland wurde auch zum Unesco Kulturerbe ernannt.

Manchmal gehe es ja auch gar nicht um den Tee selbst, sondern um Rituale. „so war beispielsweise das Damen-Teekränzchen ein Gemeinschaftserlebnis.“

Teebeutel wie heute - damals Fehlanzeige! Die Teezubereitung war wirklich ganz anders früher: Heißwassergerät, mehrere Zapfhähne, Teextrakt in einer Kanne, von der immer wieder aufgegossen wurde. Solche Zeremonien aus den verschiedenen Ländern werden auch auf den Gemälden veranschaulicht, die die Kuratorin für die Ausstellung ausgewählt hat. „In den Bildern kann man spazieren gehen“, sagt sie. Darunter ist die dazugehörige Tee-Tafel arrangiert, ein Heft mit weitere Informationen klärt über die Tee-Sitten des Landes auf.

Auch multimedial wird die Ausstellung des Vereins für Heimatpflege unterstützt. Auf Monitoren erfährt man, wie der Tee in die Tasse kommt, was eine Teebombe oder ein Teeziegel ist oder welche Zitate und Sprichwörter es aus der Welt des Tees gibt.

Diesmal werden jedoch auch die Sinne der Besucher angesprochen – nicht nur beim Geruchstest an diversen Teesorten. „Während der Ausstellungszeit werden einmal die Woche besondere Teestunden eingerichtet“, weiß Dr. Albert Pauly, Vorsitzender des Verein für Heimatpflege. Na dann, it’s teatime!

(Report Anzeigenblatt)