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Die Küche im Schiffscontainer

Die Küche im Schiffscontainer
Die Beteiligten des Projektes. FOTO: Christiane Samuel
Süchteln. Mit einer mobilen Küche im Schiffscontainer geht der Berliner Verein „Über den Tellerrand“ mit seinem Projekt „Kitchen on the run“ wieder auf Deutschlandreise und kommt nach Süchteln. Von Christiane Samuel

Nachdem der Verein „Über den Tellerrand“ bereits erfolgreich in Europa und deutschen Städten unterwegs war, ist nun Süchteln für 2018 auf Bewerbung des Vereins Königsburg ausgewählt worden. Nun steht die mobile Küche im Schiffscontainer vom 20. Juli bis 5. August auf dem Lindenplatz.

„Es geht bei dem Projekt ums Kennenlernen von Geflüchteten und Einheimischen, ums gemeinsame Kochen und um abendliche Begegnungen mit Gästen – ich habe das Ganze 2016 bei der deutschen Station Duisburg kennengelernt und war direkt begeistert von dem Konzept“, erzählt Magdalena Breidenbach vom Verein Königsburg. Dabei sei das Ganze ein sehr stilvolles Event – mit wertigem Porzellan und geschmackvoller Deko werde – bei schönem Wetter – sogar auf einer Terrasse- eine tolle Atmosphäre gezaubert. Magdalena Breidenbach knüpfte auch erste Kontakte zu den Verantwortlichen des Berliner Trägervereins. „Wir konnten uns dann mit unserer Bewerbung gegen allein zehn Bewerberstädte aus Nordrhein-Westfalen durchsetzen, nachdem sich zwei Mitarbeiterinnen aus Berlin im Januar vor Ort alles angeschaut hatten und ein längeres Gespräch mit Vertretern der Königsburg, der Stadtverwaltung sowie professionellen und ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuern geführt hatten“, fährt sie fort. So wird der Koch-Container Ende Juni von Biberach in Baden-Württemberg nach Süchteln reisen und dort einige Wochen lang an vier Abenden pro Woche Einheimischen und Menschen mit Fluchterfahrung die Möglichkeit bieten, sich persönlich beim gemeinsam Kochen und Speisen kennenzulernen. „Dabei beginnt das Kennenlernen mit der gemeinsamen Zubereitung der Mahlzeiten, wobei sich das Event gleichermaßen an Menschen aus Viersen und an Geflüchtete richtet“, erläutert Magdalena Breidenbach.

Organisiert werden die Kochabende vom mitreisenden Team aus Berlin mit Unterstützung des Vereins Königsburg. Finanziert wird „Kitchen on the run“ vom Bundesamt für Migration, der Verein Königsburg beteiligt sich mit 5.000 Euro an den Kosten und wird dabei von örtlichen Sponsoren unterstützt. Bürgermeisterin Sabine Anemüller war von Anfang an über die Planung informiert und unterstützt die Initiative ausdrücklich: „ Viersen kann sich über den Zuschlag für das Projekt freuen und wird von dieser Integration am Küchentisch bestimmt profitieren –solche Begegnungen auf Augenhöhe zwischen Flüchtlingen und Viersenern geben neue Impulse für das Zusammenleben in unserer Stadt“, sagt sie. Sie hat sich für den nun festgelegten Standort des Containers auf dem Lindenplatz vor der Stadtsparkasse eingesetzt. Auch Harald Droste von der Stadtentwicklung Viersen und Thomas Küppers von der Wirtschaftsförderung der Stadt Viersen zeigen sich begeistert. „Wir sind offen für alle Ideen, die sich mit den städtischen Interessen verknüpfen lassen – das Beleben des Lindenplatzes über einen längeren Zeitraum durch dieses Projekt, zum Beispiel mit aktiver Einbeziehung des Wochenmarktes durch den Bezug der Rohstoffe fürs Kochen vor Ort ist spannend“, sind sie sich einig.

Für Magdalena Breidenbach und den Verein Königsburg bietet das Projekt noch viel mehr: „Für uns ist das Ganze auch eine Einladung an Viersener Vereine und Organisationen: Wer mitmachen will, ist herzlich willkommen!“ Für die Abende auf dem Lindenplatz soll ein kleines Begleitprogramm geplant werden. „Und natürlich möchten wir, dass die Begegnungen mit den Flüchtlingen mit der Abreise des Containers Mitte August nicht enden – wir wollen sie weiterführen, wenn auch das Wie und Wo noch offen sind“, so Magdalene Breidenbach.

(StadtSpiegel)
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