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Denkmal im Rampenlicht

Denkmal im Rampenlicht
Autor Gunnar Schirrmacher (v.l.) Anne Bieler, Vorsitzende des Kulturausschusses, Dr. Albert Pauly, Vorsitzender des Vereins für Heimatpflege Viersen und Lehrer Sebastian Trienekens freuen sich über das neue Buch über den Bismarckturm. FOTO: Ohmer
Viersen. Ein wahres Kleinod der Geschichte wartet auf dem Hohen Busch, entdeckt zu werden - der Bismarckturm. Im neuen Band 43 der Schriftenreihe des Vereins für Heimatpflege Viersen rückt Autor Gunnar Schirrmacher das Denkmal ins Rampenlicht. Das Buch ist ab sofort erhältlich. Von Claudia Ohmer

„Um den Bismarckturm gab es seinerzeit vor dem Bau jede Menge Auseinandersetzungen und Gegner“, erklärt Autor Gunnar Schirrmacher, der sich auf 120 Seiten mit dem damals (in den 20er-Jahren) beliebten Ausflugsziel befasst hat. Unter dem Titel „Der Bismarckturm in Viersen - eine hochpolitische Angelegenheit“ hat sich der ehemalige Studiendirektor am städtischen Gymnasium Dülken mit der „Lichtgestalt Bismarck“, dem Bau und der Grundsteinlegung des Turms, aber auch dem Viersener Zeitungskrieg und der Spaltung der Bevölkerung auseinandergesetzt. „Der Pfarrer Lorenz Richen hielt eine viel beachtete Rede, in der er den Bismarckschwärmern einen Heroenkult vorwarf“, berichtet der Autor.

Der Bismarckturm auf dem Hohen Busch wurde 1900/1901 nach einem Entwurf von Architekt Wilhelm Kreis für 36.401 Mark gebaut, ausschließlich durch Spenden finanziert. „Zu Ehren des verstorbenen Altkanzlers sollten jeweils an seinem Geburtstag Feuer entzündet werden“, weiß Schirrmacher, der im Buch die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herstellt.

Auch Sebastian Trienekens, Geschichtslehrer am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium, zeigt sich begeistert über das Buch und sieht die Möglichkeit, das Thema Bismarckturm im Lehrplan zu verankern: „Das ist eine Steilvorlage für unseren Geschichtsunterricht.“

Auch dem Verein für Heimatpflege Viersen sei immer daran gelegen, viele Anknüpfungspunkten mit Schulen zu finden, schließt der Vorsitzende des Vereins, Dr. Albert Pauly an. „Seit langem ist der Bismarckturm schon ein Thema bei uns.“ Der Heimatverein setze sich dafür ein, das Denkmal in seiner Funktion als Aussichtsturm für die Bürger wieder zu öffnen. Natürlich müssten zuvor einige Schäden an dem Bauwerk behoben werden, das mit verschweißter Stahltür (gegen Vandalismus) seinen Dornröschenschlaf schlummert. Doch: „Wir sind im Gespräch mit der Verwaltung, die uns große Offenheit dafür entgegen bringt“, erklärt Dr. Pauly. Anne Bieler, Vorsitzende des Kulturausschuss und CDU-Ratsfrau, ist von der Idee der Wiederbelebung begeistert. Sie war es auch, die vor 13 Jahren als Vertreterin des Stadtrats bei den Abiturprüfungen Gunnar Schirmmacher angeregt hat, sich mit dem Thema Bismarckturm zu beschäftigen. Mit einem Leistungskurs Geschichte brachte er damals einen Flyer mit Informationen über die Bismarcksäule heraus. „Doch wir hatten noch viel mehr Informationen, und so entstand die Idee zum Buch“, erinnert sich Schirrmacher.

(Report Anzeigenblatt)