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Auch Wespen sind Nützlinge

Auch Wespen sind Nützlinge
„Die ’Wespenplage’ ist dem milden Winter und dem heißen Sommer zuzuschreiben“, sagt Leo Dörenkamp. Der Imker hat auch einen eigenen Wespenstaat in seinem Garten. Er sagt: „Auch Wespen sind Nützlinge“. FOTO: Andreas Baum
Viersen. Der Sommer in Deutschland wurde in anderen Medien schon als „Wespensommer“ bezeichnet. Und tatsächlich, hört man sich um, hat man den Eindruck, jeder bemerkt ein sprunghaftes Wachstum der Wespenpopulation. Wir sprachen darüber mit Imker Leo Dörenkamp. Von Daniel Uebber

Fast täglich erreichen derzeit Leo Dörenkamp Anrufe von „wespengeplagten“ Bürgern, die Hilfe von dem Vorsitzenden des Imkervereins Viersen-Stadt erwarten. Dann muss der Imker erst einmal Aufklärungsarbeit leisten.

„Der Grund für die vielen Wespen ist der vergangene milde Winter. Den meisten Anrufern kann man durch gezielte Informationen helfen, und der Schädlingsbekämpfer ist dann kein Thema mehr. Grundsätzlich sind alle Wespenarten Nützlinge, sie sind auf Blüten anzutreffen und leisten Bestäubungsarbeit, sie fangen Insekten und füttern damit ihre Brut“, so Dörenkamp. Die beiden Wespenarten, die zurzeit lästig werden, sind die Gemeine und die Deutsche Wespe. „Sie nisten in dunklen Hohlräumen, Mauselöchern, Rolllädenkästen oder unter Dächern und Verkleidungen. Sie kommen auch an die Kaffeetafel, um sich zu bedienen“, erklärt Dörenkamp. Honigbienen machen das nicht, weil sie auf Blütennektar- und Pollen angewiesen sind. Mit tierischem Eiweiß in Form von Wurst und Käse können sie nichts anfangen.

Auch Leo Dörenkamp hat die vielen Wespen in diesem Jahr registriert: „In meinem Garten habe ich ein Volk der Deutschen Wespe in einem Bienenschaukasten. Der Schaukasten wurde eigentlich aufgesetzt, um später darin ein kleines Bienenvolk zu Schauzwecken für Imker-Neulinge zu haben.“ Die Wespenkönigin war jedoch schneller als der Imker und besetzte die Bienenwohnung. Aus Naturschutzgründen ließ Dörenkamp die Wespenkönigin ihr Nest bauen. „Dieses kleine Wespennest ist zu einem beachtlichen Wespenstaat herangewachsen und kann ohne Gefahr beobachtet werden“, so Dörenkamp, der auch „Nachwuchsimker“ ausbildet.

(StadtSpiegel)