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„Zirbel“ mutet organisch an

„Zirbel“ mutet organisch an
Das „Team“ rund um die Plastik „Zirbel“: Der Künstler Gereon Krebber (2.v.l.), Dr. Albert Pauly (re.) und Kunstsammler Florian Peters-Messer (li.). (Es fehlt Jutta Pitzen, Galerie am Park). Auch Bürgermeisterin Sabine Anemüller ist beeindruckt von der neuen Plastik. FOTO: Ohmer
Viersen. Eine neue Vier-Tonnen-Skulptur des Kölner Bildhauers Gereon Krebber soll ab Sommer 2018 die „Skulpturensammlung Viersen“ bereichern. Der Kulturausschuss muss am Donnerstag noch der Schenkung des Vereins für Heimatpflege Viersen zustimmen. Von Claudia Ohmer

Nur kurz war das schwarze Objekt im Skulpturenpark zu sehen, so als wäre es als etwas Fremdartiges vom Himmel gefallen. Den mit Folie und Klebeband über einem Holzgerüst konstruierte Dummy nutzte der Künstler Gereon Krebber für eine Probeaufstellung seiner später in Bronze gegossenen Skulptur. „Das hier ist die Pole Position, ein Hot Spot“, freut sich Gereon Krebber über den Standort seiner Plastik. „Die Passanten, die hier vorbei kommen, lächeln alle“, hat er festgestellt. Vielleicht mag das an der durchaus humoresken Qualität des schwarzen fremdartigen Dings liegen, das organisch anmutet. Die vier Tonnen schwere Bronzeplastik, die Krebber „Zirbel“ nennen möchte, erinnere an eine organische Grundform. „Damit spiele ich auf die Zirbeldrüse an. Der Philosoph Descartes hat dort den Sitz der Seele vermutet“, erklärt der Bildhauer. Er beschreibt sein Kunstwerk als eine „schwere, gewundene und organisch geblähte Riesenrosine, die sich mit Trichtereinsätzen in sich selbst kehrt“.

Das Werk soll im Sommer 2018 ihren Platz in der Skulpturensammlung im Umkreis der Städtischen Galerie am Park finden. Und den hat der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege, Albert Pauly, zuvor ausgewählt. „Schon lange hatte ich den Wunsch, etwas mit Krebber zu machen, und das ist der Idealstandort, weil ich ihn und seine Kunst kenne“, sagt der Initiator. So hat Pauly auch der Stadt vorgeschlagen, die Skulpturensammlung mit einem Werk des Kölner Künstlers zu erweitern. Finanziert wird der Erwerb ausschließlich aus Eigenmitteln des Vereins, Spenden, Zuschüsse der Viersener Sparkassenstiftung („der wichtigste Förderer der Skulpturensammlung“) und voraussichtlich der Kunstsammlung NRW. Die Kosten für die Aufstellung der Skulptur sowie für eine begleitende Ausstellung kommen auf die Stadt zu - über die Bereitstellung der Mittel wird der Kulturausschuss am Donnerstag beschließen.

Die Skulpturensammlung Viersen wird vom Verein für Heimatpflege Viersen seit 28 Jahren künstlerisch konzipiert und realisiert. Die Sammlung umfasst bisher Werke von Erwin Heerich, K. H. Hödicke, David D. Lauer, Mark di Suvero, Wolfgang Nestler, Matta Echaurren, Günter Haese, Wang Du sowie Anthony Cragg. Bei diesem hat auch Gereon Krebber von 1994 bis 2000 an der Kunstakademie Düsseldorf studiert.

Nicht weit vom Standort der Skulptur von Cragg wird sich dann „Zirbel“ in das Ensemble einreihen. „Es freut mich, sich mit den Formen von Cragg anzulegen“, sagt Krebber schmunzelnd.

(StadtSpiegel)