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Über die Schulter geschaut

Über die Schulter geschaut
Wie funktioniert in Viersen Verwaltung? Dass ließ sich Bürgermeister Igor Renkas von Bürgermeisterin Sabine Anemüller zeigen. Foto: W. Jungblut
Viersen. Aus Viersens ukrainischer Partnerstadt Kanew waren jetzt Bürgermeister Igor Renkas und einige in der Jugend- und Sozialarbeit ehrenamtlich tätige Frauen in Viersen. Ziel dieses Besuches, den Viersener Verwaltungskräften über die Schultern schauen und wichtige Informationen und Tipps mit in die Ukraine nehmen. Von Werner Jungblut

Während Bürgermeister Igor Renkas schon einmal in Viersen war, war der Besuch der jungen Frauen die erste Begegnung mit der Partnerstadt. Sie zeigten sich sehr angetan von der Herzlichkeit und Offenheit der Bürger, von der Arbeit in der Verwaltung und den Möglichkeiten, wichtige Dinge in die Tat umzusetzen. Während in der Viersener Verwaltung Sozial- und Jugendarbeit sehr strukturiert mit festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abläuft, wird dies in Kanew überwiegend durch Ehrenamtler und Honorarkräfte gestemmt. Die hauptamtliche Verwaltung in Kanew besteht aus gerade mal 80 Personen.

So manches Vorhaben in Kanew scheitert an den Finanzen. Auch hier gab es wichtige Tipps, wie dies mit Fördergeldern und Sponsoren geschafft werden kann. Viele Arbeiten in den Bereichen Jugend, Kinder, Kultur, Tourismus oder Verschönerung werden ehrenamtlich nach der eigentlichen Arbeit geleistet. „Razom“ (dt. „zusammen“) ist hier ein wichtiges Schlagwort. Ob und was man von dem Erlebten für die eigene Tätigkeit in Kanew umsetzen kann, wird die Delegation sicherlich vor Ort intensiv beraten.

Motor der Partnerschaft zwischen Viersen und Kanew sind die Freunde von Kanew. Deren zweiter Vorsitzender Dr. Walter Alsweiler hieß die Delegation ebenfalls herzlich willkommen. In einem lockeren Plausch wurde über die Arbeit der Freunde von Kanew gesprochen. „Überall in unserer Stadt trifft man auf die guten Hilfen aus Viersen, im Krankenhaus, im Altenheim in der Schule, eben überall“, so ein Mitglied der Delegation. Aus der Delegation heraus kam auch der Wunsch nach weiterem Austausch im kulturellen Bereich. Ob es da eine konkrete Idee gäbe, wollte Dr. Walter Alsweiler wissen. Ja, die gäbe es. Momentan sei in Kanew Streetart, also Wandmalerei an Hauswänden, sehr „in“. Hier würde man gerne auch Künstler aus Viersen sehen, die sich dort „verewigen“. Die Idee fand Alsweiler gut und versprach, sich diesbezüglich für Kontakte einzusetzen. Fotos möglicher Fassaden in Kanew sollen jetzt nach Viersen geschickt werden, um so die Künstler zu motivieren. Aber auch andere Projekte werden vom Verein „Freunde von Kanew“ unterstützt. Informationen hierzu und Möglichkeiten der Unterstützung sind über den Verein Freunde von Kanew zu erfahren.

(StadtSpiegel)