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Auf die Dosen, fertig, los!

Niederkrüchten. Am kommenden Samstag findet in Niederkrüchten der erste „GraffitiJam“ für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene statt. Mit der Aktion soll die kreative Szene gefördert und gezeigt werden, dass Sprayen keine illegale „Schmiererei“, sondern Kunst ist. Von Gina Dollen

„Das ist doch illegal“, oder „immer diese Schmierereien“ – das sind Sätze, die sich Sprayer nach wie vor anhören müssen. Dabei ist Sprayen eine anerkannte und anspruchsvolle Kunstform. Wie man die Kunstwerke legal auf Leinwand und Mauer platziert, das lernen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene beim „Graffiti-Jam“ in Niederkrüchten.

„Ich habe schon oft Graffitis und ,Tags’, also die Erkennungszeichen der jeweiligen Sprayer, hier in Niederkrüchten gesehen. So kam die Idee, einen Workshop zu veranstalten“, erzählt Alexandra Jansen, Fachkraft für die mobile Kinder- und Jugendarbeit und Streetworkerin der Gemeinde Niederkrüchten. Gemeinsam mit der LAG Kunst und Medien, European homecare und dem Jugendtreff „Treff 13“ aus Elmpt, wurde der Graffitti-Jam auf die Beine gestellt.

Schon im Laufe dieser Woche finden täglich Workshops für Kinder von zehn bis 14 Jahren statt. „Dabei wird auch die rechtliche Seite vermittelt. Wo darf gesprayt werden, was sind die Voraussetzungen und was sind rechtliche Konsequenzen, wenn ich mich nicht an die Regeln halte“, betont Alexandra Jansen.

Am Samstag wird dann eine große, von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Wand an der Turnhalle Schleeker Weg in Niederkrüchten besprayt. „Bei dieser Wand hatten wir sowieso die Befürchtung, dass sie früher oder später besprayt wird. Warum dann also nicht direkt ein großes, zusammenhängendes Kunstwerk entstehen lassen“, erklärt Alexandra Jansen die Entscheidung.

Die vorher eingereichten „Pieces“, die Zeichnungen der Teilnehmer, werden zusammen gesetzt und gemeinsam mit Profis an die Wand gebracht.

„Sprayen ist etwas Besonderes. Die große Fläche und die Tatsache, dass das Kunstwerk für die Öffentlichkeit sichtbar ist, machen den Reiz aus“, beschreibt Alexandra Jansen die Faszination Graffiti.

Ein schöner Fakt am Rande: Die Hälfte der bisherigen Teilnehmer sind Flüchtlinge. Die Künstler, die den Workshop unterstützen, sind ohnehin sehr aktiv in der Flüchtlingsarbeit, so kann an diesem Tag Kunst mit Integration verbunden werden.

(StadtSpiegel)