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Zweifel an der rechten Ideologie

Nettetal. Am Dienstag, 22. Januar, steht um 15 Uhr ein hochaktuelles Jugendstück auf dem Spielplan der Werner-Jaeger-Halle, in Nettetal-Lobberich. Dann führt das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel das Theaterstück „Kriegerin“ von Tina Müller nach dem Film von David Wnendt auf. Von der Redaktion

„Demokratie ist das Beste, was wir je auf deutschem Boden hatten. Wir sind alle gleich. In einer Demokratie darf jeder mitbestimmen.“ Doch dass mit „jeder“ auch Ausländer gemeint sind, passt der jungen Marisa so gar nicht. Ihr Hass richtet sich direkt gegen Ausländer, Politik und Polizei. Die sind schuld, dass Deutschland den Bach runtergeht. Wer nicht in ihr Weltbild passt, kriegt aufs Maul.

Das bekommen auch die beiden jungen Flüchtlinge Rasul und Jamil zu spüren, die Marisa und ihren rechtsradikalen Freunden zufällig in die Hände fallen. Marisa räumt die beiden kurzerhand mit ihrem Auto von der Straße. Als Rasul danach bei Marisa auftaucht, weil er nun in Deutschland auf sich alleine gestellt ist, kommen der jungen Neonazi Zweifel an ihrer Ideologie.

Gleichzeitig drängt sich die 15-jährige Svenja in die Clique. Sie will frei sein und der Kontrolle ihres Stiefvaters entfliehen. Doch während Svenja immer tiefer in die rechtsradikale Szene hineinrutscht, fühlt sich Marisa unfreiwillig für Rasul verantwortlich. Sie ist bereit, etwas zu ändern, doch der Preis dafür ist höher, als sie ahnt.

David Wnendts Film „Kriegerin“ (2011) wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderpreis Deutscher Film 2011, dem Bayerischen Filmpreis 2011 und dem Deutschen Filmpreis 2012. Tina Müllers Bearbeitung bleibt eng an der Vorlage, öffnet aber behutsam den Blick auf die Erfahrungen der Flüchtlinge ebenso wie auf die Menschen außerhalb der rechten Szene und fragt so nach der Verantwortung jedes Einzelnen.

Eintrittskarten sind online unter www.nettetheater.de zum Preis von fünf Euro erhältlich. Außerdem sind die Eintrittskarten bei der NetteKultur, 02153/ 898- 4141, und dem Bürgerservice im Rathaus, 02153/ 898-0 erhältlich.

(Report Anzeigenblatt)