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Willkommen im Bruch!

Willkommen im Bruch!
Birgit Dömges (links) und Helga Krannich heißen im Bruch willkommen. FOTO: Joachim Burghard
Nettetal. Eine der ältesten Nachbarschaften in Nettetal besteht seit 40 Jahren und setzt auf Zusammenhalt und Offenheit. Die Nachbarschaftsgemeinschaft Bruch erzählt von ihrem Erfolgsrezept. Von Joachim Burghardt

Eins gilt bis heute: „Zusammenhalten, sich helfen, miteinander feiern“ nennt Vorsitzende Birgit Dömges die Prinzipien der Nachbarschaftsgemeinschaft Bruch. Dass übrigens einmal eine Frau an der Spitze der Nachbarschaft steht, hätten sich die Gründungsväter wohl nicht träumen lassen: Sie sahen sich in der Einladung zur ersten Versammlung im Haus Galgenvenn 1977 noch genötigt, „extra darauf hinzuweisen, dass zur Zusammenkunft auch die Frauen mitkommen sollen“. Die Zeiten haben sich geändert, auch bei den Bruchern.

So sind es drei Damen, die das Jubiläum zum Anlass für eine Rückschau nehmen: Helga Krannich (seit der Gründung am 5. März 1977 im Vorstand aktiv), Maria Jürgens (ebenfalls seit 40 Jahren dabei) und Vorsitzende Dömges. „Ein Jahr nach der Gründung hatten wir schon 80 Mitglieder“, erinnert sich Krannich. Heute sind in der organisierten Nachbarschaft laut Dömges „über 120 erwachsene Mitglieder und viele, viele Kinder“. Die Straßen Bruch, Struck, Tomp, Hottweg und ein Teil vom Möskesweg gehören zur großteils ländlichen Gegend westlich der Kölner Straße.

Typisch für die Brucher sind ihre Veranstaltungen und Feste, ob für die ganze Nachbarschaft, für Kinder oder Senioren oder bei Jubiläen einzelner Nachbarn. Doch was eine gute Nachbarschaft ausmache, so Krannich, seien auch andere Kriterien: „Von Beginn an haben wir uns um unsere ältere Nachbarn gekümmert, es gibt Veranstaltungen, wie zum Beispiel Ausflüge für Senioren“.

Auch traurige Pflichten werden als lebendige Tradition weiter gepflegt, Besuche kranker Nachbarn zum Beispiel oder Hilfe bei Todesfällen. Solche Traditionen schweißen zusammen, doch im Laufe der Jahre haben die Brucher auch gelernt, dass man sich öffnen muss: „Wir kümmern uns um neue Nachbarn, damit sie sich leichter eingewöhnen“, hebt Krannich hervor. „Zusammenhalt und Offenheit“ seien eben der Grund, ergänzt Jürgens, warum die Nachbarschaft vier Jahrzehnte Bestand hat.

(StadtSpiegel)