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Freundschaften verbinden

Nettetal. Wie gut und wichtig die Beziehungen zu ihren Partnerstädten gerade in der heutigen Zeit sind, erlebten zwei Nettetaler Delegationen einmal mehr und auf beeindruckende Art und Weise in Frankreich und in Polen. Von der Redaktion

Anlässlich des 100-jährigen Ende des Ersten Weltkrieges folgte Nettetals Bürgermeister Christian Wagner der Einladung seines französischen Amtskollegen Bastien Coriton und erlebte die Feierlichkeiten zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes in Nettetals Partnerstadt Rives-en-Seine. Rund 500 Besucher, darunter mehr als 150 Schülerinnen und Schüler sowie Kindergartenkinder sorgten mit ihren Liedern und Texten für unvergessliche Momente und den Auftakt einer ehrenvollen Gedenkveranstaltung. In ihren Ansprachen erinnerten beide Bürgermeister an die Notwendigkeit, die deutsch-französische Freundschaft lebendig weiterzuführen, ein Europa der Solidarität und Brüderlichkeit zu verteidigen und gemeinsam für friedliche und demokratische Werte einzustehen. Als Symbol der Freundschaft zwischen beiden Städten erklang so die deutsche Nationalhymne nach der europäischen Ode an die Freude aber vor der französischen Marseillaise – eine Geste, die die vielen Anwesenden sehr bewegte.

Mit einer Kranzniederlegung, dem Pflanzen eines Friedensbaumes und dem gegenseitigen Versprechen, die Beziehungen beider Städte auch in Zukunft zu pflegen, endete eine außergewöhnliche Gedenkfeier, die nicht nur die Vergangenheit betrachtete, sondern den Blick in die Zukunft richtete. Bürgermeister Christian Wagner zeigte sich nach seinem Besuch beeindruckt: „Es war für mich und auch meinen Sohn und die Beauftragte für unsere Städtepartnerschaft eine besondere Ehre und ein besonderes Erlebnis, an den ergreifenden Feierlichkeiten zur Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkriegs teilnehmen zu dürfen. Mein Freund Bastien Coriton hat eine große und berührende Rede gehalten, in der er die Freundschaft unserer Länder als Basis für den Frieden in Europa hervorhob.“ Diese Freundschaft werde durch die Städtepartnerschaft symbolisiert. So sei die Einladung an Wagner als Vertreter der Stadt Nettetal ein sehr schönes Zeichen gewesen. „Die große Geste, nach der Europahymne das Lied der Deutschen vor der Marseillaise zu spielen, hat mich besonders berührt“, sagte Christian Wagner.

Nicht weniger beeindruckend waren die Erlebnisse einer Nettetaler Delegation, bestehend aus Mitgliedern der Stadtverwaltung, des Rates, des Partnerschaftsvereins Elk-Nettetal sowie der Kreisgemeinschaft Lyck in Polen. Anlass für den Besuch war der 100. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Polen, zu dem über das gesamte Wochenende zahlreiche Veranstaltungen in Nettetals Partnerstadt stattfanden. So unterstrich Elks frisch wiedergewählter Stadtpräsident Tomasz Andrukiewicz die Freude über den Besuch aus Nettetal und stellte klar, dass dies keine Selbstverständlichkeit sei und man den Aufwand sehr zu schätzen wisse. Neben zahlreichen Aktivitäten, unter anderem einer ausführlichen Stadtrundfahrt, dem Besuch des neuen Stadtstrandes von Elk, der Teilnahme an Konzerten und einem Unabhängigkeitslauf, stellten eine Heilige Messe sowie die sich anschließenden offiziellen Feierlichkeiten vor dem Rathaus den Höhepunkt der Reise dar.

Renate Dyck, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Städtepartnerschaften und Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, dankte den Gastgebern für ihren warmen und herzlichen Empfang: „Die nunmehr fast 20 Jahre andauernde Freundschaft hat viele Spuren in Nettetal und sicher auch in Elk hinterlassen. Ein tiefes Band der Freundschaft ist entstanden, dass über die Musik, den Sport, die Kultur, die Kirchen, die Caritas, die Schulen und viele weitere Bereiche geknüpft wurde. Heute können wir sagen, es ist eine belastbare Freundschaft entstanden, die noch viele Jahre überdauern wird und die insbesondere von den jungen Menschen in beiden Städten getragen wird. Nur so kann Völkerverständigung funktionieren, die die Grundlage eines gemeinsamen Europa ist, eines Europa ohne Grenzen, ohne Vorurteile, ohne Hass und ohne Gewalt.“

(StadtSpiegel)