| 13.13 Uhr

Ein Meilenstein fürs Leben

Ein Meilenstein fürs Leben
Der symbolische Spatenstich (von links): Gregor Dewey (hinten) und Patrick Reinartz (Architekturbüro), Johann Schefer (Lebenshilfe-Rat), Michael Behrendt (Geschäftsführer), Anja Nowacki (Bereichsleitung), Marlen Clever (Mieterin), Udo Schiefner (Bundestagsabgeordneter SPD), Markus Optendrenk (Landtagsabgeordneter CDU), Ingeburg Reimann (Mieterin), Christina Minten (stellvertretende Vorsitzende) und Harald Post (stellvertretender Bürgermeister). FOTO: Lebenshilfe Kreis Viersen
Nettetal. 2,5 Millionen Euro investiert die Lebenshilfe Kreis Viersen in einen Neubau in der Görresstraße in Nettetal-Lobberich. Für diesen Neubau mussten zunächst zwei alte Einfamilienhäuser weichen, die seit 1985 von der Lebenshilfe genutzt wurden. Von der Redaktion

Diese waren nicht barrierefrei und wurden den heutigen Wohnstandards nicht mehr gerecht. Somit entsteht an einem bekannten Standort, in unmittelbarer Nähe zur Lobbericher Innenstadt ein barrierefreies Apartmenthaus für Menschen mit und ohne Behinderung.

Bereits im Sommer 2015 sei von der Lebenshilfe in einer Umfrage das besondere Interesse an einem ambulanten Wohnangebot mit der Möglichkeit des Gruppenwohnens in Lobberich festgestellt worden. „Jetzt freut es uns sehr, dass wir diesen Wunsch nach intensiver Vorbereitung voraussichtlich schon im September 2018 erfüllen können“, sagte Christina Minten, stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe, „wir danken allen, die sich für die Realisierung so stark eingesetzt haben: den zukünftigen Mietern, deren Angehörigen, der Bereichsleiterin Anja Nowacki, der NRW-Bank, der Sparkasse und zu guter Letzt dem Architekturbüro Dewey, Blohm und Schröder, das uns nun schon beim dritten Neubau innerhalb der vergangenen drei Jahre mit Rat und auch Tat zur Seite steht.“

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Harald Post, Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner, Landtagsabgeordneten Markus Optendrenk, Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe NRW Herbert Frings und 100 geladenen Gästen, Nachbarn und potenziellen Mietern stießen Christina Minten und Geschäftsführer Michael Behrendt aus diesem Anlass an. „Mit dem Bau des Hauses folgt der Verein der politischen Maxime „ambulant vor stationär“, betonte Behrendt. Ziel sei es, entsprechend der UN-Konvention zu den Rechten der Men-schen mit Behinderung ein inklusives Wohnen, ja gleichberechtigtes Wohnen, in einem Gebäude zu ermöglichen. Denn neben Menschen mit Handicap werden drei Wohnungen auch für Lobbericher Bürger ohne Behinderung entstehen.

Jeder, der sich für das Wohnangebot interessiert, der kann sich mit Wohnberatung der Lebenshilfe unter 02156/ 49 40 14 oder per E-Mail an wohnberatung@ lebenshilfe-viersen.de in Verbindung setzen. Ansprechpartnerin ist hier Anne Borkenhagen.

Insgesamt entstehen im neuen Gebäude sechs Wohneinheiten: zwei Wohngruppen, eine im Erdgeschoss für sechs Mieter, eine im Obergeschoss für fünf Mieter, sowie drei barrierefreie Einzelwohnungen im Dachgeschoss und eine Wohnung für zwei Personen im Obergeschoss. Ein Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss schafft hierbei genügend Platz für gemeinsame Treffen oder größere Besuche. Bezugsfertig wird das Haus voraussichtlich im September 2018 sein.

Bereits seit dem Jahr 1985 bietet die Lebenshilfe in Lobberich Wohnangebote für Menschen mit Behinderung an der Görresstraße 28 und 30 an. Es folgten die Eröffnung weiterer Wohnangebote an der Friedhofstraße im Jahr 1993 und 1995 an der Eremitenstraße. 2007 war man Vorreiter bei der Schaffung von ambulant betreuten Wohnformen, in dem die Betreuung in den Häusern an der Görresstraße 28 und 30 von stationär auf ambulant umgewandelt wurde. Somit wird auch dieser Neubau keine stationäre, sondern eine ambulante Betreuung bieten.

Harald Post lobte die Arbeit der Lebenshilfe: „Ich bedanke mich im Namen der Stadt Nettetal für das außerordentliche Engagement der Lebenshilfe. Ihrer Arbeit ist es zu verdanken, dass eine Behinderung nicht zu Ausgrenzung führt.“

„Barrierefreier Wohnraum, der auch noch bezahlbar ist – aus unserer Sicht ist dieser Bau ein Meilenstein und wegweisend für das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung“, meint Christina Minten abschließend.

(Report Anzeigenblatt)