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„Würde sogar Flugzeuge chartern“

„Würde sogar Flugzeuge chartern“
Ganz privat: Axel J. Bähren mit seinem Terrier im eigenen Heim. FOTO: Redaktion
Nettetal (red). Axel Joachim Bähren hat als evangelischer Pfarrer im Strafvollzug als Seelsorger in Geldern gearbeitet und genießt nun seinen Ruhestand. Gleich zu Anfang unseres Gespräches weist er unmissverständlich auf die Bedeutung des Korans für die muslimische Welt und auf die darin enthaltenen aus seiner Sicht gewaltschwangeren Suren hin. Von der Redaktion

xel Joachim Bähren hatte sich für die AfD nominieren lassen, um in den Landtag zu ziehen. Insgesamt haben 7,4 Prozent der Nordrhein-Westfalen die Alternative für Deutschland gewählt. Sein Listenplatz habe ihn nicht in den Landtag geführt. Bähren sagt, nur 0,4 Prozent hätten gefehlt. Traurig sei er nicht, dass er den Weg nach Düsseldorf so knapp verpasst habe. Weit wichtiger sei ihm, wie interessiert Medienvertreter und TV-Journalisten auch weiterhin an seiner Arbeit seien. Er bedauert aber, dass es keinem der Sender wirklich gelungen sei, inhaltlich angemessen zu berichten, was ihn antreibe.

Wir wollen vor allem wissen, was einen evangelischen Pfarrer dazu bewegen kann, sich für die AfD stark zu machen. Bevor er jedoch verraten will, „what makes a man move“, verweist er auf Dietmar Rekowski, der Vetter von Manfred Rekowski (Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland) sei und als Listen- und Direktkandidat zur Landtagswahl für die AfD angetreten sei, und dies nachdrücklich aufgrund seiner christlichen Überzeugungen und Wertvorstellungen. Axel Joachim Bähren, der während des Gespräches einen großen Riesenterrier mit einem roten Plastikknochen bei Laune hält, ist Vorsitzender der Christen in der AfD in NRW (ChrAfD), was zusammenhängend gelesen wie „Kraft“ klingt.

Extra-Tipp: Herr Bähren, warum sind sie als ehemaliger evangelischer Pfarrer und Christ in die AfD eingetreten?

Axel J. Bähren:

Ich bin kein AfD-Mann, der 100 Prozent auf Linie der Partei ist. Das können Sie ruhig schreiben. Ich bin ein absoluter Gegner von Björn Höcke, der für mich ein Prellbock ist, und ich habe in der AfD keine Heimat mit einer totalen Verwurzelung in allen Themen. Aber um an die Quelle zu gelangen, muss ich gegen den Strom schwimmen. Und ich war in den vergangenen 25 Jahren gerne auf der Seite derer, die ausgesondert, ins Abseits gestellt und von der Gesellschaft gemieden werden, als seien sie Aussätzige, die nur hinter hohe Mauern gehören. Vielleicht finde ich auch deshalb in der AfD die größte Schnittmenge mit meinen politischen Überzeugungen.

Und wie sieht diese Schnittmenge aus?

Ich könnte einen europäisierten Islam leicht akzeptieren. Ich würde sofort Flugzeuge chartern, um verfolgte Menschen wie beispielsweise die koptischen Christen oder die verhungernden jungen Leute im Südsudan nach Deutschland zu holen. Und ich habe mich als Christ in jungen Jahren immer gefragt, ob wir für die Integration von Muslimen genug tun oder sie vielleicht mit unserem Handeln an den Rand der Gesellschaft drängen. Aber Muslime dürfen meiner Meinung nach aufgrund ihres Glaubens gar keine Integration in eine demokratische, dazu noch christlich geprägte Gesellschaft anstreben.

Könnte man ihre Motivation, der AfD beigetreten zu sein, mit „Christentum first“ beschreiben?

Nein, wissen Sie, dass im Artikel 4 des Grundgesetzes nicht nur ein Recht auf Religionsfreiheit verankert ist, sondern für jeden Bürger in diesem Staat auch das Recht auf Freiheit von Religion. Das meint die hier verfasste ,Freiheit des Glaubens‘. Der Islam und seine Scharia ist aber das Gesetz Allahs. Und das lässt weder die Redefreiheit, noch die Pressefreiheit, noch die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks zu und schon gar nicht die Ablehnung des Glaubens.

Warum haben Sie ihre Themen nicht innerhalb der Kirche diskutiert und einen Diskurs auf theologischer Ebene geführt? Warum tragen Sie Ihre Themen in die Politik?

Das kann ich Ihnen erklären: weil die Politik die Möglichkeit bietet, direkt auf gesellschaftliche Prozesse einzuwirken. Die Kirchen haben ihren Einfluss verloren. Sie sind zu schwach. Die Verkündigung des Evangeliums hat nicht mehr die Kraft wie vor 20 bis 40 Jahren. Schauen Sie sich sonntags doch mal die Kirchen an. Da sitzen nur noch 40 Menschen.

Das ganze Interview lesen Sie auf unserer Internetseite www.stadt-spiegel-viersen.de/Kreis.

(StadtSpiegel)