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„Nettetal-West“ in der Hand der Stadt

„Nettetal-West“ in der Hand der Stadt
Nettetals Bürgermeister Christian Wagner (links) und Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens.
Nettetal (ur). Inzwischen ist die Tinte trocken – eine Voraussetzung, mit der Nettetals Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens gerne arbeiten möchte. Die Vermarktung des Gewerbegebiets Nettetal-West liegt nun komplett in den Händen der Stadt Nettetal. Von Ulrich Rentzsch

Seit dem 18. Juli vermarktet die Stadt Nettetal in Eigenregie das Gewerbegebiet „Nettetal-West“, früher eher bekannt unter dem Namen VeNeTe. Der entsprechende Notarvertrag ist unterzeichnet, jetzt ist dieses großflächige Gebiet auch „eigentumsrechtlich“ der Stadt Nettetal zuzuschreiben. Immerhin stehen hier 28 Hektar für gewerbliche Ansiedlungen zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, den bestehenden Vermarktungsvertrag mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) zu kündigen. Man wollte die Fläche selbst am Markt platzieren. Für die WFG kein Problem:

„Dem Wunsch der Stadt Nettetal sind wir gerne gefolgt. Die WFG Kreis Viersen konzentriert sich auf die Zukunftsthemen wie etwa die Digitalisierung, die Fördermittelakquise oder die Vernetzung unserer Unternehmen mit den in der Region ansässigen Hochschulen“, sagte WFG-Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski.

Vermarktung in Eigenregie – eine schwere Aufgabe für Nettetals Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens, der im Dezember 2017 die Nachfolge von Dietmar Sagel (Ruhestand) antrat. Denn da ist doch ein Haar in der Suppe: Der Abfallbetrieb des Kreises Viersen (ABV) will eine Müllumladestation im Kaldenkirchener Gewerbegebiet bauen – genauer gesagt ein Wertstoff- und Logistikzentrum (WLZ). Schon im vergangenen Jahr brandete Kritik daran auf. Auch die Stadt Nettetal, die zunächst keine größeren Bedenken gegen das WLZ vorbrachte, schwenkte um: „Die Stadt Nettetal sieht in der Ansiedlung des Wertstoff- und Logistikzentrums des Abfallbetriebes des Kreises Viersen deutliche Risiken für eine erfolgreiche Vermarktung des Gewerbe- und Industriegebietes in Nettetal-Kaldenkirchen. Der nach der Übernahme der Flächen von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen beabsichtigte Neustart wird zumindest kurz- und mittelfristig als gefährdet angesehen“, hieß es in der Beschlussvorlage des Tagesordnungspunktes „Neubewertung der Ansiedlung des Wertstoff- und Logistikzentrums des Abfallbetriebes des Kreises Viersen“ im Rat vom 19. Dezember 2017. Für diesen Beschluss stimmten damals 37 Stadtverordnete, sieben waren dagegen. Neustart also gefährdet?

Hans-Willi Pergens will sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Zum Team des Zentralbereichs Wirtschaft und Marketing gehören weiterhin Christoph Kamps, Kerstin Duve und Paraskevi Malliaridou. Gemeinsam mit den Kollegen von der WFG wurde nicht nur die Überleitung der Flächen bewerkstelligt, sondern auch eine Bestandsanalyse betrieben, um daraus Schlüsse für die künftige Vorgehensweise bei der Vermarktung des Gebietes zu ziehen.

Die zweite Jahreshälfte möchte die Wirtschaftsförderung nutzen, um ein schlüssiges Vermarktungskonzept zu erstellen sowie die bereits begonnene Platzierung der Gewerbe- und Industrieflächen auf dem Markt voranzutreiben. Dass man sich vom Begriff VeNeTe lösen möchte und nun aus dem Arbeitstitel „Nettetal-West“ neue Kraft schöpfen will, ist verständlich.

(StadtSpiegel)