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Goldene Kaffeetassen gehen nach Brüggen

Goldene Kaffeetassen gehen nach Brüggen
Gertrud Ingenrieth, Mitte, stellt mit Ihrem Mann Hermann Ingenrieth, 2.v.l. hinten, dem CDU-Kreisagrarausschuss und Agrobusiness Niederrhein die Direktvermarktung des Genholter Hof vor. FOTO: CDU-Kreisagrarausschuss
Brüggen. Das Bauernhofcafé Genholter Hof aus Brüggen hat fünf goldenen Kaffeetassen bekommen. Der CDU-Kreistagsausschuss besuchte nun den Hof. Von der Redaktion

Hermann Ingenrieth sollte eigentlich kein Landwirt werden, obwohl er auf dem heutigen Genholter Hof in Brüggen aufgewachsen ist. Als die Berufswahl anstand, riet die Berufsberatung ihm eindringlich zu einer kaufmännischen Ausbildung, damit „aus dem Jungen was Ordentliches wird“. Nach der Ausbildung zum Großhandelskaufmann übernahm Hermann Ingenrieth 1984 nach dem plötzlichen Tod des Vaters dann doch den Hof. „Den Hof zu verkaufen, kam für mich nicht infrage“, sagt Ingenrieth, „obwohl der Start verdammt schwer war. Auch, weil ich neben der Betriebsführung eine landwirtschaftliche Ausbildung machte.“ Den Betrieb stellte er von Mastrindern und Säuen auf Spargel, Erdbeeren und Kartoffeln um, um diese direkt selbst im Hofladen und an Supermärkte vermarkten zu können. Nach Umbau einer Scheune eröffnete er zur Spargelsaison 1999 mit seiner Frau Gertrud Ingenrieth das Restaurant. Gemeinsam mit 20 Mitarbeitern managen beide in der Saison landwirtschaftliche Produktion und Vermarktung, Hofladen, Restaurant und Hofcafé sowie seit 2011 drei Gästezimmer. Die beständig hohe Qualität der letzten Jahre wurde nun mit der erneuten Bestnote „5 Goldenen Kaffeetassen“ für das Bauernhofcafé Genholter Hof honoriert. Dabei wird unter der Federführung der Landwirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit der DEHOGA, Angebot und Service von Bauernhofcafés durch eine unabhängige Kommission geprüft. Wichtig sind dabei regionale Küche, Kuchenauswahl und -präsentation sowie die Hof- und Gastronomieumgebung. „Hier im Genholter Hof wird die Vielseitigkeit des Niederrheins deutlich. Und für uns ist es immer wichtig zu sehen, wie unterschiedlich die Betriebe aufgestellt sind, auch um Anregungen für die eigene Betriebsaufstellung mitzunehmen“, erklärt Peter Joppen, Vorsitzender des CDU-Kreisagrarausschusses. Bei der Vorstandssitzung des CDU-Kreisagrarausschusses wurde im Genholter Hof auch die neu gestartete, kostenlose Jobbörse von Agrobusiness Niederrhein vorgestellt. Hier können nicht nur Stellenangebote und -gesuche eingestellt werden, sondern auch Unternehmensprofile. So können nicht nur qualifizierte und engagierte Mitarbeiter vom Azubi bis zur Führungskraft gefunden werden, sondern sich alle Akteure in einem starken Verbund des Agrobusiness in der Region darstellen. „Wir von Agrobusiness Niederrhein möchten mit der Jobbörse zeigen, wie viel Know-how am Niederrhein vorhanden ist“, sagt Claudia Wendt, Innovationsmittlerin bei Agrobusiness Niederrhein. „Die Jobbörse ist vor allem für die Betriebe interessant, die keine eigene Webseite haben. Denn ohne ein Online-Profil werden sie von der Generation Z weder gefunden noch ernst genommen“, sagt Wendt weiter. Denn im Gespräch mit Familie Ingenrieth wurde eines sehr deutlich – die Mitarbeiter von morgen zu finden, wird immer schwieriger.

(StadtSpiegel)