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Bracht liest vor

Bracht. Vorlesen – das ist nicht nur als Kind schön. Auch Erwachsenen tut es gut, einfach mal spannenden Geschichten zu lauschen. Zum fünften Mal haben Brachter für Brachter und alle, die es hören wollten, vorgelesen. Von Heike Ahlen

Seit 2004 gibt es den bundesweiten Vorlesetag, immer am dritten Freitag im November. Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag von der Stiftung Lesen, der „Zeit“ und der Deutsche-Bahn-Stiftung.

Der Gedanke dahinter ist, Spaß am Vorlesen und Zuhören zu wecken. Langfristig erhoffen sich die Initiatoren auch die Förderung von Lesekompetenz und einen neuen Zugang zu Bildungschancen. Denn tatsächlich gibt es Studien, die besagen, dass Kinder und Jugendliche, denen vorgelesen wurde, selbst einen engeren Bezug zum Lesen entwickeln als andere Menschen – und auch, dass ihre Schulnoten besser sind. Deshalb lag in den ersten Jahren der Fokus fast überall darauf, dass in Kindergärten und Grundschulen vorgelesen wurde, von Eltern, von Großeltern, von örtlicher Prominenz.

Aber was ist mit all jenen, die das Kind in sich bewahrt haben? Die leidenschaftliche Zuhörer sind, wenn jemand lesen mag? Oder die, die gerade noch kein Kind oder kein Kind mehr im passenden Alter haben, die aber gerne ihre Freude an Geschichten mit anderen teilen wollen? Die könnte man zusammenbringen – wenn Brachter für Brachter lesen. Das ist jetzt zum fünften Mal passiert. Angestoßen hat „Bracht liest vor“ die Brachterin Birgitta Ronge. „Und wenn am Niederrhein etwas zum dritten Mal passiert, dann kann man ja schon von Tradition sprechen“, sagt Silke Beckstedde, Inhaberin des Café Bürgermeisteramt, die auch in diesem Jahr wieder ihre Türen weit für Lesende und Lauschende geöffnet hatte. Das Café hat sich zu einem Treffpunkt entwickelt, einem Ort, an dem die Menschen Ideen austauschen und entwickeln. Und auch mal entspannen. Ungefähr 50 Vorleser haben in diesen Räumen und mit dem tatkräftigen Einsatz Becksteddes in diesen fünf Jahren Lustiges und Nachdenkliches, Gruseliges und kriminell Gutes vorgelesen. Einige von ihnen sind „Wiederholungstäter“, aber in jedem Jahr kommen auch neue Vorleser hinzu. So in diesem Jahr Elke Reupke, die mit „Gritta von Rattenzuhausbeiuns“ einen Märchenroman aus der Zeit der Romantik mitgebracht hatte.

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(StadtSpiegel)