| 14.32 Uhr

Zipfel statt Gipfel

Zipfel statt Gipfel
„Land’s End“ am Rodebach zwischen Selfkant-Isenbruch und Susteren/NL. FOTO: Stieding (WFG HS-Land
Niederrhein. Der westlichste Punkt Deutschlands liegt am Niederrhein: Wir haben zwar keine richtigen Gipfel am flachen Niederrhein, dafür haben wir aber einen Zipfel, genauer einen Westzipfel. Und auf den sind wir mächtig stolz. Von der Redaktion

Der Niederrhein gehört zum „Zipfelbund“. Der wurde vor fast 20 Jahren ins Leben gerufen und sogar mit einem Zipfelpakt beschlossen. Was das zu bedeuten hat, muss man erklären: Der südlichste Punkt Deutschlands liegt in Oberstdorf, der nördlichste in List auf der Insel Sylt, der östlichste in Görlitz und der westlichste Punkt unserer Republik liegt im Kreis Heinsberg: exakt in der Gemeinde Selfkant.

Alle vier „Zipfelgemeinden“ präsentieren sich gemeinsam, zum Beispiel auf der Ländermeile bei den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit und mit vielen weiteren öffentlichkeitswirksamen Auftritten. So vermarktet man sich gemeinsam als „Zipfelbund“, schließlich hat man die gesamte Vielfalt Deutschlands anzubieten: von schönen Bergen über traumhafte Strände und geschichtliche Städte bis zur ländlichen Niederrhein-Idylle.

Und wer innerhalb von vier Jahren an all diesen herrlichen Orten mindestens einmal übernachtet und einen Stempel in den sogenannten „Zipfelpass“ hat eintragen lassen, der erhält zur Belohnung ein „Zipfelpaket“ mit herrlichen ortstypischen Präsenten. Deutschlands „Land’s End“ liegt weit im Westen im Ortsteil Isenbruch von Selfkant. Dort trägt ein Grenzstein die Inschrift: „Westlichster Punkt der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Bezirksregierung Köln, des Kreises Heinsberg, der Gemeinde Selfkant“. Mehr geht im Westen nun wirklich nicht.

Machen Sie doch mal eine „Zipfeltour“ mit dem Rad oder eine Wanderung zu Fuß dorthin. Direkt an der Grenze wurde der „Erlebnisraum Westzipfel“ geschaffen. Eigentlich liegt der wirklich westlichste Punkt mitten im Flüsschen Rodebach. Man baute einen rund 200 Meter langen Steg zum Rodebach, damit die Besucher selbst mit einem Kinderwagen oder im Rollstuhl bis dorthin rollen können. Ein Radweg bis auf die andere Seite zum niederländischen Nachbarn wurde bei dieser Gelegenheit auch geschaffen.

Und dort gibt es wieder eine andere Attraktion: „Het smalste Stukje Nederland“, also das schmalste Stück Holland. Bei einer Radtour kommt man mal eben auf acht Kilometern von Deutschland über Holland ganz schnell direkt nach Belgien in das Städtchen Maaseik.

(Report Anzeigenblatt)