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Wieder Zeit fürs Ballett

Wieder Zeit fürs Ballett
Ein Jahr mehr Zeit bis zum Abitur: Die Gymnasien im Westkreis favorisieren das G9-Modell. Foto: DenisProduction.com/ fotolia.com
Kreis Viersen. Turbo-Abi? Das war gestern! NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) möchte noch vor den Sommerferien die Rückkehr zum G9- Modell beschließen lassen. Statt wie bisher in acht Jahren hätten die Schüler wieder neun Jahre Zeit, auf dem Gymnasium zum Abitur zu kommen. Die Schulleiter der Gymnasien im Westkreis signalisierten auf Anfrage des Extra-Tipps, dass sie die Rückkehr zu G9 grundsätzlich positiv bewerten. Von Ulrich Rentzsch

Die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit kommt automatisch. Nur wenn eine Schule partout beim G8-Modell bleiben möchte, sei dies auch möglich, hieß es aus dem NRW-Schulministerium. Die Kehrtwende zurück zum G9 ist aber nicht so leicht zu haben. Die Landesregierung rechnet bis 2020 mit Kosten in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro. Neue Lehrer müssen eingestellt, neue Räume zur Verfügung gestellt werden.

Thomas Martens, Schulleiter des St. Wolfhelm Gymnasiums, möchte die Ergebnisse der Schulkonferenz Anfang des kommenden Schuljahres abwarten, aber er sagt auch: "Es gibt wenig Argumente für das G8-Modell." Man habe sich bewusst für das G9-Modell entschieden, betonte Christian Mengen, Schulleiter des Clara-Schumann-Gymnasiums in Dülken. Das sei eine klare Botschaft an die Eltern, die ihr Kind am Dülkener Gymnasium anmelden wollen. "Doch wir müssen schon jetzt in die Planungen gehen, falls 2023/24 neue Räume gebraucht werden," sagt Christian Mengen. Denn dann gebe es wieder eine zehnte Klasse – um es einfach auszudrücken.

Beim G8-Modell war das zehnte Schuljahr quasi gestrichen worden, die Schüler kamen nach der neunten Klasse direkt in die Oberstufe. Thomas Kamphausen, Schulleiter am Albertus-Magnus-Gymnasium in Viersen, wies daraufhin, dass noch einige Fragen beantwortet müssen. Beispiel: Wer die neunte Klasse nicht schafft, der müsste nicht nur die "Neun" wiederholen, sondern auch noch die Runde durch die "Zehn" machen. Das AMG werde auf jeden Fall noch mehr Zeit in die Förderung investieren, meinte Kamphausen.


"Wir werden auch zum G9 zurückkehren", sagte Christoph Hopp, Schulleiter des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium in Viersen. Man habe diese Weg bereits in allen Gremien vorbesprochen. "Eine Intention in Richtung G8 war nicht zu erkennen", sagte Hopp.


Und auch das Werner-Jaeger-Gymnasium in Nettetal wird zum G9-Modell zurückkehren. Schulleiter Hartmut Esser kann keine Tendenz erkennen, dass die Schulkonferenz das G8-Modell behalten möchte. Wie die rund 2.300 neuen Planstellen mit Personal gefüllt und neue Räume geschaffen werden können, das müsse die Zukunft zeigen.

(Report Anzeigenblatt)
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