| 00.00 Uhr

Sofort: Pflegekräfte gesucht

Sofort: Pflegekräfte gesucht
Wir werden nicht jünger, viele von uns werden auf Pflege – in welcher Form auch immer – angewiesen sein. Fotoarchiv: bilderstöckchen/fotolia.com
Kreis Viersen. Warum, wo, wie viel, wann und wie? Der kommunaler Pflegebericht will den Pflegebedarf im Kreis Viersen erfassen. Der Plan wurde Anfang Juni im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Seniorenarbeit vorgestellt. Von der Redaktion

Der Kreisausschuss nahm am vergangenen Donnerstag den Pflegebericht für 2018 zur Kenntnis. Jens Loebbert hatte im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Seniorenarbeit den „Großen Pflegebericht“ der kommunalen Pflegeplanung und den Jahresbericht 2018 präsentiert. Der Teil B des Jahresberichtes zur Kommunalen Pflegeplanung wird nun zur verbindlichen Bedarfsplanung für den Kreis erklärt.

Im Planungszeitraum von 2018 bis 2021 ergibt sich allein in der vollstationären Pflege ein Mehrbedarf von 123 Pflegeplätzen. Für die Tagespflege ermöglichen die Berechnungen den Ausbau von kreisweit 220 Plätzen.

„Ich bedanke mich bei Herrn Loebbert für diesen dezidierten Bericht“, stellte Sitzungsleiter, Hans-Josef Kampe, Vorsitzender des Ausschusses Gesundheit, Soziales und, Seniorenarbeit fest.

Zuvor hatte der im Sozialamt Viersen mit der Kommunalen Pflegeplanung beauftragte Loebbert festgestellt, dass insbesondere in der ambulanten Pflege der Fachkräftemangel in der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger erhebliche Schwierigkeiten bereiten werde. Kurzzeitpflegeplätze, um beispielsweise pflegende Angehörige zu entlasten, werden dringend benötigt.

Der Kreis und die Kommunen haben sich seit Juni 2015 im Sinne des Alten- und Pflegegesetzes NRW, dazu verpflichtet unteranderem die demografische Entwicklung und den Pflegebedarf im Kreis zu erfassen. Erst wenn die Kreisverwaltung einen Versorgungsbedarf feststellt, darf ein neues Pflegeheim oder eine Tageseinrichtung oder Ähnliches gebaut und gefördert werden. Das Instrument zu einer solchen Feststellung bietet die kommunale Pflegeplanung.

Darum sind die statistischen Beobachtungen und Auswertungen des Herrn Loebbert nicht unerheblich. Loebbert und sein Bericht können nicht alle Fragen beantworten. Was geschieht, wenn die Bewerber der Ausschreibungen zum Bau eines Heimes ausbleiben oder nicht den Anforderungen entsprechen? Was nützt das schönste Pflegeheim, wenn kein Personal hierfür zu finden ist?

Wie viele Pflegekräfte gibt es überhaupt im Kreis Viersen und wie werden sie erfasst? Viele Fragen der Ratsmitglieder blieben natürlich in der Fragerunde zum derzeitigen Zeitpunkt unbeantwortet. Der Bericht bietet jedoch die Möglichkeit, die richtigen Stellschrauben zu drehen, damit die Versorgung der Bürger jetzt und in Zukunft sicher gestellt werden kann. Der Kreis Viersen will nicht blauäugig mit Fachkräftemangel und demografischen Wandel umgehen.

(Report Anzeigenblatt)