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Schmetterlinge gesucht

Schmetterlinge gesucht
Im Viersener Kinderhaus lesen die „Schmetterlinge“ den Kindern gerne etwas vor, spielen mit ihnen und helfen schlicht aus, wenn mal ’Not am Mann’ ist. FOTO: Initiative Schmetterling Neuss
Kreis Viersen. Die Initiative Schmetterling aus Neuss unterstützt Familien mit schwer erkrankten oder behinderten Kindern. Für die Arbeit im Kreis Viersen werden jetzt neue Ehrenamtler gesucht. Von Yvonne Simeonidis

Die Schmetterlinge – wie die Ehrenamtler der Initiative genannt werden – im Kreis Viersen leisten wichtige Arbeit. In der Familienbegleitung entlasten sie Familien von schwerst erkrankten oder behinderten Kindern in deren Zuhause. Sie schaffen Freiräume für die Eltern und kümmern sich auch um Geschwisterkinder, aber: „Wir sitzen nicht am Bett des sterbenden Kindes“, betont Birgit Ritter, Geschäftsführung Initiative Schmetterling, „im Normalfall beginnen wir mit einem Besuch pro Woche von zwei bis drei Stunden. Das hört sich nicht viel an, ist für die Familien aber eine große Erleichterung“.

Die Initiative achtet darauf, dass die Wege für die Ehrenamtler möglichst kurz sind und auch der zeitliche Einsatz wird flexibel vereinbart. „Es muss einfach für alle passen – charakterlich wie zeitlich“, erklärt Birgit Ritter und fügt hinzu: „Wir nehmen uns für die Auswahl der Ehrenamtler viel Zeit, lernen uns intensiv kennen.“ Diese Vorarbeit zahlt sich für die Schmetterlinge aus. Ihnen werde grenzenloses Vertrauen entgegengebracht: „Das ist etwas ganz besonderes und nicht selbstverständlich. Wir wissen das sehr zu schätzen.“

Für den Einsatz in den Familien erhalten alle Ehrenamtler eine umfangreiche Schulung. Der nächste Kurs beginnt im September und umfasst etwa 100 Stunden verteilt auf zwölf bis 13 Termine. In dieser Zeit werden die angehenden Familienbegleiter in relevanten Themen unterrichtet. Ebenso gehört ein Besuch bei einem Bestatter dazu, man lernt über die verschiedenen Krankheitsbilder, Kommunikation, Nähe und Distanz beim Einsatz in den Familien und Ethik. „Wir laden außerdem betroffene Mütter und Väter und Ehrenamtler ein, die von ihren Erfahrungen erzählen“, ergänzt Birgit Ritter. Selbstverständlich werden die Schmetterlinge auch nach Ende der Schulung nicht allein gelassen. Es findet regelmäßige Supervision und Austausch statt.

Neben der Familienbegleitung sind die Schmetterlinge auch im Kinderhaus Viersen am Höfgesweg tätig. „Die Arbeit hier ist flexibler“, erklärt Birgit Ritter, „unsere Ehrenamtler können sich frei entscheiden, ob sie lieber im Kinderhaus helfen möchten oder in die Familien gehen wollen.“ Aktuell ist jedoch primär in der Familienbegleitung ’Not am Mann’.

(Report Anzeigenblatt)