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Knackis bauen Nistkästen

Knackis bauen Nistkästen
Prof. Claus Brell mit dem neuen Luxusnistkasten nach dem Modell der schweizer Vogelwarte. Unter dem roten Dach verbirgt sie ein separater Raum für die Elektronik. FOTO: Hochschule Niederhein
Kreis Viersen. In Kooperation mit Schulen und Hegeringen entwickelt die Hochschule Niederrhein bis Juli 2018 Bausätze für Nistkästen, die eine autarke Beobachtung des Brutvorgangs über das Internet unterstützen. Die JVA im Kreis Viersen leistet ihren Beitrag dazu. Von der Redaktion

Die Heinz-Sielmann-Stiftung fördert das Projekt, die Telekom hat zusätzliche Mittel als Spende bereitgestellt. Die ersten Prototypen müssen sich nun im Test in freier Wildbahn bewähren. „Bislang habe ich die Prototypen der Nistkästen in meiner Garage in Schiefbahn gebaut“, erläutert Prof. Dr. Claus Brell von der Hochschule Niederrhein. „Jetzt haben wir die Justizvollzugsanstalt in Willich als weiteren Kooperationspartner gewinnen können.“

Frank Jansen, stellvertretender Werkdienstleiter der Justizvollzugsanstalt in Willich-Anrath, freut sich, dass die JVA einen Beitrag zu dem Projekt leisten kann. „Es ist wichtig, dass unsere Inhaftierten während der Haftzeit etwas Sinnvolles tun und lernen. Dazu haben wir eine Schreinerwerkstatt, in der wir die Prototypen für das Hochschulprojekt erstellen können“. Über die Internetadresse www. knastladen.de werden die Produkte der Vollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen vertrieben.

Die Software für die internetgestützte Beobachtung wurde in mehreren Semesterarbeiten von Wirtschaftsinformatik-Studenten entwickelt. „Das Projekt hat neben dem praktischen Bausatz noch zwei weitere positive Aspekte für Hochschullehre und Transfer“, meint Projektleiter Prof. Dr. Claus Brell. „Die Studierenden lernen an einem lebensnahen Praxisbeispiel Programmierung im Internet-of-Things-Umfeld, und durch die Kooperation mit Schulen profitieren Schüler zum Beispiel über die Raspberry Pi Workshops.“

Die ersten Prototypen gehen nun in die Natur und müssen sich im Feldtest bewähren. Das Gesamtsystem besteht aus einem Nistkasten, der spezielle Vorrichtungen für die Infrarotkamera, einen Linux-Kleinrechner Raspberry Pi, UMTS Datenverbindung und zusätzlicher Messelektronik enthält, sowie eine autarke Energieversorgung aus Solarpanel, Speicherakku und Spannungskonvertern. Als Aufstellungsorte für die Prototypen sind zunächst ein Garten und die Astrid Lindgren Schule in Schiefbahn, ein Baum in einem Kreisverkehr in Tönisvorst und der Hochschulcampus in Mönchengladbach geplant.

(StadtSpiegel)
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