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Einkaufen wie anno dazumal

Einkaufen wie anno dazumal
Einkaufen bei „Tante Emma“ ist im Niederrheinischen Freilichtmuseum wieder möglich. Der Verein Kindertraum übernimmt den Verkauf im historischen Laden: Die neue „Tante Emma“ Alice Kiwall (v.l.), Museumsleiterin Anke Wielebski, Jan Barendsma, Projektkoordinator von Kindertraum, und Antonius Kiwall, erster stellvertretender Vorsitzender von Kindertraum. FOTO: Kreis Viersen
Nettetal/ Grefrath. Die Regale sind eingeräumt, die historische Registrierkasse steht bereit, Tische und Stühle warten auf die ersten Gäste. Der Verein Kindertraum ist neuer Partner im Tante-Emma-Laden des Niederrheinischen Freilichtmuseums. Von der Redaktion

Es ist wieder Leben in den Tante-Emma-Laden des Niederrheinischen Freilichtmuseums eingekehrt. Der Verein Elterninitiative Kindertraum aus Nettetal führt den Laden in der Hofanlage Waldniel seit dem 1. Juni.

„Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, den Tante-Emma-Laden wieder mit Leben zu füllen und Geschichte für unsere Besucher erlebbar zu machen. Das ist uns mit der Kooperation mit Kindertraum gelungen“, sagt Ingo Schabrich, Kreisdirektor und Kulturdezernent des Kreises Viersen. Der Kreis ist Träger des Niederrheinischen Freilichtmuseums in Grefrath, „dass der integrative Aspekt noch dazu kommt, macht das Projekt besonders schön.“

Menschen mit einer Behinderung durch entsprechende Angebote die Teilhabe am kulturellen Leben vor Ort zu ermöglichen, ist eine wichtige Aufgabe des Freilichtmuseums. Die Elterninitiative Kindertraum ermöglicht diesen Menschen, uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Im Tante-Emma-Laden werden die Mitarbeiter unter fachlicher Anleitung und sozialer Betreuung mitarbeiten. „Das ist wichtig, um die Handlungskompetenzen zu erweitern und zu mehr Autonomie und Selbstverwirklichung zu gelangen“, erklärt Jan Barendsma, Projektkoordinator des Vereins im Freilichtmuseum. Alice Kiwall wird im Laden als neue „Tante Emma“ die Fäden ziehen.

Kindertraum war bereits in der Vergangenheit in die Pflege der Museumsanlagen eingebunden. Die behinderten Mitarbeiter, die nun im Tante-Emma-Laden aktiv sind, haben langjährige Service- und Küchenerfahrung aus ihrer Arbeit in einer Jugendherberge. Zudem wurden sie in den vergangenen Wochen geschult – zum Beispiel für das Backen von Kuchen.

Kindertraum bietet im Tante-Emma-Laden Erfrischungsgetränke, Kaffee, Tee, Gebäck und kleine Spezialitäten aus der Region an. Der Verein führt und bewirtschaftet den Laden in Eigenregie. Doch natürlich tauschen sich die Beteiligten mit dem Team des Niederrheinischen Freilichtmuseums aus – wie es auch das Ehepaar Schommer viele Jahre getan hat. „Monika und Dieter Schommer hinterlassen als ‘Tante und Onkel Emma‘ tiefe Fußspuren. Die neuen Nutzer vom Verein Kindertraum werden den Laden in bewährter Form mit Kaffee und hausgemachtem Kuchen weiterführen, aber auch neue Wege gehen“, ist sich Museumsleiterin Anke Wielebski sicher. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

(Report Anzeigenblatt)