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Diese Biene, die ich meine

Diese Biene, die ich meine
Alles aus Liebe zur Biene: Franz Köhnen (l.) und Eckhard Jacobs teilen ihre Leidenschaft für das flinke Insekt. FOTO: Simone Krakau
Elmpt. ... nennt sich Honigbiene – und davon hat Eckhard Jacobs so einige in seinem Garten. Um genau zu sein etwa 210.000! In Zeiten, in denen Bienenbestände immer mehr schwinden, wünschen sich Jacobs und sein Freund Franz Köhnen, dass Bürger mehr Gutes für das Insekt tun. Von Simone Krakau

"Ich bin dann mal bei meinen Mädels", sagt Eckhard Jacobs mindestens einmal am Tag zu seiner Frau. "Seine Mädels" sind die Honigbienen – natürlich gibt es da auch die männlichen "Drohnen", aber die sind für ihn nur zweitrangig, so der Rentner.

Mindestens eine halbe Stunde pro Tag setzt sich Jacobs vor die Bienenstöcke, um seine flinken Tierchen einfach nur zu beobachten. Und da er sich seit seiner Jugend mit den Bienen beschäftigt, erkennt er bereits an den kleinsten Bewegungen der Insekten, was sie als nächstes vorhaben. "Ich habe mir eigentlich alles aus der Natur heraus selbst beigebracht", sagt der 80-Jährige. Führt die Biene beispielsweise den Schwänzeltanz durch, weiß Jacobs sofort, dass sie ihren tierischen Kollegen sagen möchte, in welche Richtung sie fliegen sollen, um erfolgreich Blüten zu finden.

Seit mittlerweile 16 Jahren ist er nun als Imker in seinem Garten aktiv. Damit er sich nicht mehr alleine um die sieben Bienenvölker kümmern muss, hat er Freund Franz Köhnen an seine Seite geholt. Dieser begeistert sich nun seit rund zwei Jahren für die Imkerei und kennt sich bereits bestens aus.

Dass die Bienenbestände immer mehr schwinden und die Insekten aussterben könnten, macht Jacobs und Köhnen derzeit ein wenig Angst. Schuld am Bienensterben haben unter anderem die aus den USA eingeschleppte Faulbrut und die Varroa-Milbe, erklärt Köhnen. "Letztere setzt sich auf die Biene und tötet sie", sagt er. Außerdem vermehre sich die Milbe unglaublich schnell. Eine weitere schlimme Ursache sei das Sprühen von giftigen Pestiziden durch die Bauern. Dies habe zur Folge, dass die Bienen die Orientierung verlieren und dann auf ihrem Sammelflug sterben.

Dass nicht besonders viele Menschen das Imkern als Hobby wählen, können die beiden Männer teils verstehen. "Es ist ganz bestimmt ein teures Hobby", betont Jacobs. Eine Honigschleuder und Schutzkleidung müssen angeschafft werden – und die Artikel sind nicht günstig.

Auch von dem Honigertrag könne ein Imker niemals leben. Aber woher nimmt Jacobs dann all die Jahre die Motivation weiterzumachen? "Ich mache das alles der Biene zuliebe", lächelt er. "Es ist faszinierend dem Tier so nah zu sein. Da sind viele Emotionen im Spiel", ergänzt Köhnen.

Aber es müsse auch nicht gleich jeder Imker werden, um den Bienen etwas Gutes zu tun. "Jeder, der einen Garten hat, kann etwas für die Bienen tun", sagt Jacobs. Mit dem Pflanzen von Sonnenblumen, Mohnblumen oder aber Sommerflieder helfe man den Bienen schon enorm. "Die Hauptsache ist, dass die Blumen kurze Blüten haben, so dass die Tiere eindringen können", erklärt Jacobs. Aber auch jegliche Obstblüte eigne sich perfekt – unter anderem sind Äpfel, Süßkirschen oder Johannisbeeren auf die Bestäubung angewiesen. "Etwa 60 Prozent der Lebensmittel gäbe es gar nicht, würde die Biene nicht mehr existieren", betont Köhnen.

In Kooperation mit der Gemeinde Niederkrüchten und einer Vereinigung von Bürgern haben Jacobs und Köhnen nun zwei Bienenbeuten auf eine Obstwiese platziert – in der Hoffnung auf starke Völker und einen guten Honig-Ertrag.

(Report Anzeigenblatt)