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Die Zecke, der Spaßverderber

Die Zecke, der Spaßverderber
Vollgesogen: Die Zecke und ihr Feind, die Zeckenzange. Foto: mirkograul/ fotolia.de
Kreis Viersen. Das Schlimme ist: Zecken lauern fast überall – gleich ob beim Waldspaziergang, bei der Gartenarbeit oder Yoga auf der Wiese. Noch fieser ist, dass dieses Tierchen auch die Krankheit FSME übertragen kann. Die Zeckensaison dauert je nach Wetterlage von April bis Oktober. Von Ulrich Rentzsch

Es ist nur ein schwacher Trost, dass eine lange Trockenzeit der natürliche Feind der Zecke ist. Wann ist es bei uns am Niederrhein schon mal länger trocken? Laub- und Mischwälder, schattige Wiesen, Waldesränder und auch der Busch im Park– dort fühlt sich die Zecke zu Hause. Und: die Zecken fallen nicht angriffslustig von Bäumen, sondern warten in Bodennähe.

Wer sockenlos in kurzer Hose durch den Wald schlendert, sollte nach dem Spazieren gründlich nachschauen. Die Zecke sucht sich gern einen relativ geschützten Ort: Achseln, Ellenbeugen, Kniekehlen, Hals oder auch Kopf. Der Saugvorgang dauert möglicherweise mehrere Tage. Dabei laufen sie ständig Gefahr, wieder herausgerissen zu werden.

Gefährlich ist der Blutsauger deshalb, weil er Krankheitserreger übertragen kann. Das Gegenteil von Unbedenklichkeit ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark können die Folgen sein. Ganz oben auf dieser Hitliste der möglichen Krankheiten steht aber die Borreliose, die zu Lähmungen der Gesichtsnerven, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen führen kann. Während bei der FSME eine Übertragung sofort beim Biss möglich ist, muss die Zecke mehrere Stunden saugen, um bei der Borreliose die entsprechenden Bakterien übertragen zu können.

Nicht als Entwarnung sollte verstanden werden, dass etwa fünf Prozent der Zecken die FSME-Viren übertragen. Rund 35 Prozent der Zecken können die Borrelien weiterreichen.

Was also tun? Was tun, wenn Frühling und Sommer rufen, die Freizeit in der Natur zu verbringen? Fest geschlossene Schuhe, eine Kopfbedeckung, lange Hosen inklusive darüber gezogene Socken und lange Ärmel können das Risiko mindern, dass der Blutsauger gerade Sie aussucht. Helle Kleidung macht die Zecken besser sichtbar. Nach dem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper gründlich nach Zecken absucht werden.

Ihr Apotheker berät Sie, welche Mittel – etwa zum Einreiben – am besten geeignet sind, Zecken abzuwehren. Wenn man eine Infektion vermeiden will, sollte die Zecke sobald als möglich gezogen werden. Pinzette oder eine so genannte Zeckenschere sind nützliche Hilfsmittel.

(Report Anzeigenblatt)