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Wie die Hitze uns zu schaffen macht
Bleiern, sengend, siedend

Wie die Hitze uns zu schaffen macht: Bleiern, sengend, siedend
Auch unsere besten Freunde vertragen die Hitze nicht gut. Wasser trinken hilft in jedem Fall. Foto: chalabala/fotolia.com
Kreis Viersen. Glaubt man den Meteorologen, dann schwächt sich die Hitzewelle in unserer Region in den kommenden Tagen nur wenig ab. Die Belastungen für Mensch und Natur bleiben weiter extrem hoch. Von Ulrich Rentzsch

Auch wenn Eisverkäufer und Schwimmbadbetreiber zur Zeit nicht meckern können, sind die Auswirkungen der unverhältnismäßig hohen Temperaturen überall zu spüren. Die Waldbrandgefahr bleibt weiter hoch.

Dr. Susanne Wollborn, Tierärztin aus Nettetal, bestätigt, dass auch die Tiere sehr unter den Temperaturen leiden. "Hunde sind deutlich müder, Kaninchen vertragen gar keine Hitze, auch Katzen verlangen mehr Aufmerksamkeit, Kanarienvögel gehören auch nicht in die pralle Sonne", sagt sie. Wer seinen Hund jetzt im Auto warten lasse, riskiere den Tod des Vierbeiners. Sie widerspricht auch dem Gerücht, dass das Hundefell eine kühlende Wirkung habe. Was hilft? Nur früh am Morgen und spät am Abend mit dem Hund spazieren gehen. Wie beim Menschen erfordert das aktuelle Wetter auch eine besondere Aufmerksamkeit in puncto Flüssigkeitszufuhr.

Kleine Kinder, werdende Mütter und ältere Menschen müssen ihren Flüssigkeitsbedarf anpassen. Allerdings: Sowohl das Krankenhaus St. Irmgardis in Süchteln als auch das Städtische Krankenhaus in Nettetal meldeten keinen signifikanten Anstieg der Notfälle. Jörg Schneider, Geschäftsführer des Nettetaler Krankenhaus, schließt daraus, dass sich die Menschen verantwortungsbewusst verhalten.

580-mal rückte der Rettungsdienst in der vergangenen Woche aus. "Im Verhältnis zu den Wochen mit tieferen Temperaturen gibt es keine signifikante Steigerung der Einsatzzahlen", sagte Eva Reichert von der Pressestelle des Kreise Viersen.

Was bleibt, ist die hohe Waldbrandgefahr. Das Regionalforstamt hat unter anderem für den Kreis Viersen ein eingeschränktes Betretungsrecht für Wälder verordnet. Konkret heißt das: Die Waldbesucher müssen auf den Wegen bleiben, um die Waldbrandgefahr zu mindern.

Sorgenfalten auch bei der Landwirtschaft – man befürchtet Ernteausfälle. Die Erträge beim Getreide seien in diesem Jahr wie auch schon im vergangenen Jahr unterdurchschnittlich, sagt Paul-Christian Küskens, Vorsitzender der Kreisbauernschaft. "Sorgen bereitet vor allem der Futtermaisanbau", sagt Küskens. Noch könne man die Fragen nach Qualität und Quantität nicht beantworten. Helfen könne nur ein lang anhaltender Regen. Der sei aber nicht in Sicht. Außerdem müssten die Landwirte derzeit vorwiegend nachts arbeiten, um die hohen Temperaturen tagsüber meiden zu können. Der für Samstag angekündigte Regen sei aber nur der Tropfen auf den heißen Stein: "Das verdunstet alles viel zu schnell."

"Wir haben genug Grundwasser, um alle Kunden mit Trinkwasser in hervorragender Qualität zu versorgen", sagt Detlef Schumacher, Geschäftsführer der NEW NiederrheinWasser GmbH. Der tägliche Wasserverbrauch in Viersen liegt im Durchschnitt bei 13.000 Kubikmeter pro Tag, aktuell bei 20.000 Kubikmeter pro Tag.

(Report Anzeigenblatt)